21.06.2021 - 15:43 Uhr
AmbergSport

Frist endet am Dienstag: Fußball-Bezirksligisten stimmen über Spielsystem ab

Die Bezirksliga-Fußballer starten am 17. und 18. Juli in die neue Saison. Nach welchem Modus und in welcher Zusammensetzung gespielt wird, ist jedoch auch nach der Tagung der Nord-Vereine am Sonntag in Schlicht noch nicht geklärt.

Spielgruppentagung mal anders: Nicht wie so oft zuletzt online oder vor Corona in einem Sportheim, sondern an der frischen Luft zwischen Sportheim und Fußballplatz des 1. FC Schlicht tagten Vereinsvertreter der Fußball-Bezirksliga Nord und Verbandsfunktionäre.
von Autor CTProfil

Noch von zahlreichen Unklarheiten geprägt war die Spielgruppentagung der Fußball-Bezirksliga Nord am Sonntag beim 1. FC Schlicht. Vertreten waren nahezu alle Vereine dieser Spielklasse und auch die für den Spielbetrieb Verantwortlichen. Bezirksspielleiter Christian Wolfram begrüßte besonders die "Liga-Neulinge" SpVgg Vohenstrauß, FC Oberviechtach-Teunz und 1. FC Schlicht als Aufsteiger sowie die Landesliga-Absteiger SV Grafenwöhr und SpVgg Pfreimd. Vilsecks Bürgermeister Hans-Martin Schertl und FCS-Vorsitzender Stefan Weiß freuten sich, dass ausgerechnet im 50. Jahr des Bestehens des 1. FC Schlicht erstmals eine Tagung der Bezirksliga hier stattfinde.

Bezirksvorsitzender Thomas Graml zeichnete die Probleme der Mammut-Saison 2019/21 auf und verwies auf noch anhängige Einsprüche und Klagen und auf kontroverse Beschwerden. "Einerseits haben wir die Saison zu früh abgebrochen, andererseits haben wir es zu spät getan". Hier zeige sich, dass man in Pandemiezeiten klare Regelungen der Politik brauche. Das betreffe auch das gegenwärtig noch geltende, aber völlig praxisfremde Stehplatzverbot für Zuschauer. Ferner warb Graml aufgrund der sich immer deutlicher abzeichnenden Personalengpässe bei den Vereinen nachdrücklich dafür, bei der Aktion Kooperation mit Kindergärten und Schulen mitzumachen.

Fünf Auswechslungen erlaubt

Alfons Weigert vom Bezirksschiedsrichterausschuss und Schiedsrichtereinteiler stellte die höher qualifizierten Unparteiischen des Bezirks vor und verwies darauf, dass diese, soweit sie frei seien, auch in den Bezirksligen eingesetzt werden. Zudem kündigte er einige Regeländerungen an, wie das Auswechseln von fünf Spielern ohne Wechselfenster, die noch ausstehende Neuinterpretation des strafbaren Handspiels und den digitalen SR-Ausweis. Josef Wein vom Bezirkssportgericht griff das Thema Spielabsetzungen auf und betonte das Entscheidungsrecht des Spielleiters in dieser Frage: Wenn dieser ein Spiel abgesetzt habe, könne keine nachträgliche Wertung durch das Sportgericht erfolgen.

Spielleiter Wolfram betonte, dass "Corona nach wie vor große Fragezeichen für Sport und Spielbetrieb aufwirft". Da die Inzidenz-Zahlen derzeit günstig seien, wolle man das nützen, um bald zu spielen. Der Toto-Pokal laufe bereits und müsse bis zum 1. August abgeschlossen sein. Einen Rahmenspielplan habe man bereits erstellt, der den Punktspielstart der Bezirksligen für 17./18. Juli 2021 vorsehe - aber noch sei offen, in welcher Ligeneinteilung.

Eine Art Bezirksoberliga

Wolfram stellte den Vereinen neben der bisherigen Form der Süd- und Nord-Gruppe mit 30 Spieltagen noch einmal die alternative Einteilung in vier regionale Ligen mit je acht Mannschaften vor. Nach dieser Runde, die bis zum 1. Oktober abgeschlossen sein müsse, erfolge eine Neueinteilung der jeweils vier Erstplatzierten in eine Meisterschafts- und der übrigen Mannschaften in eine Qualifikationsrunde. Der Erste der Meisterschaftsrunde steige auf, der Zweite spiele Relegation, die drei Letztplatzierten der Qualifikationsrunde steigen ab, der Viertletzte spiele Relegation. Gewisse Vorteile dieses Modus sah er darin, dass man die Spieltage gegebenenfalls auf 22 reduzieren könnte, wenn Corona es erfordere, und dass die Meisterschaftsrunde eine höheres Niveau und damit eine Art Bezirksoberliga biete. Nachteilig sei vielleicht, dass man in einem Jahr gegen drei Teams viermal spielen müsse. Eine Diskussion, welcher Modus von den Vereinen gewünscht werde, blieb aber aus. Diese sagten lediglich zu, ihre Entscheidung bis Dienstag, 22. Juni, dem Spielleiter mitzuteilen.

Die Entscheidung über die Beschwerde des 1. FC Schwarzenfeld über die Eingruppierung in die Bezirksliga Süd stehe nach Aussage von Wolfram noch aus. Sollte der Verbandsspielausschuss oder das Verbandssportgericht die Eingruppierung abändern, so wäre eine entsprechende Anpassung der Spielpläne erforderlich.

Eintrittspreise wie im Süden

Die Vereine beschlossen, die maximalen Eintrittspreise an die in der Bezirksliga Süd anzugleichen und damit auf fünf Euro für Erwachsene und vier Euro für Rentner und Vereinsmitglieder leicht zu erhöhen. Ferner sprach sich die deutliche Mehrheit der Vereine dagegen aus, dass ein Verein sein Heimspiel einseitig verlegen dürfe, falls ein Proficlub in einem Radius von 100 Kilometern ein Heimspiel am Sonntagnachmittag habe.

Bezirksvorsitzender Thomas Graml ärgert sich über Zuschauerregelung

Amberg

„Corona wirft nach wie vor große Fragezeichen für Sport und Spielbetrieb auf.“

Bezirksspielleiter Christian Wolfram

Bezirksspielleiter Christian Wolfram

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.