08.04.2021 - 16:03 Uhr
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Quotientenregel im Fußball: Ein klares JA

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Soll bei Saisonabbruch im Amateurfußball die Quotientenregel angewendet werden? Sportredakteur Josef Maier sagt ja. Denn: Viele Teams hätten ja schon bis zu 80 Prozent der Spiele absolviert. Und zwei Jahre für nichts wären absolut unfair.

von Josef Maier Kontakt Profil
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Alles zurück auf null. Zwei Jahre einfach so zu streichen. Ja, das würden alle gerne in Pandemie-Zeiten. Ein Leben ohne Virus, das kann sich kaum einer mehr vorstellen.

Es kann sich auch kaum einer mehr vorstellen, wie das war, als die Amateurfußballer im Juli 2019 ihre Saison begonnen haben. Derzeit ist es nahezu unmöglich in der Oberpfalz, die Spielzeiten regulär zu beenden. Die hohen Infektionszahlen müssten in kurzer Zeit drastisch gesenkt werden, dann bräuchten die Klubs auch noch Vorbereitungszeit, Ende Juni müsste ohnehin alles vorbei sein. Nein, es wird nicht gehen.

Eine andere Meinung vertritt Sportredakteur Reiner Fröhlich

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Einige bringen immer noch eine Annullierung der Mega-Spielzeit 2019/20/21 ins Spiel. Im Sommer 2021 sollte – wenn es dann geht – wie im Sommer 2019 begonnen werden. Keine Aufsteiger, keine Absteiger, alles wie gehabt. Der Vorschlag, nur die Hinrunde zu werten, trifft es auch nicht. Jedes Spiel wurde unter Wettbewerbsbedingungen ausgetragen, jede Partie muss gewertet werden. Manchmal kommt auch der Vorschlag, die Spitzenteams sollen wählen, ob sie aufsteigen wollen oder nicht. Aber wir sind beim Fußball, nicht bei „Wünsch Dir was!“.

Der BFV präferiert zu Recht eine Quotientenregel, die die Punkte nach absolvierten Spielen berücksichtigt. Fußball ist Wettbewerb, dass da alles nicht immer hundertprozentig fair ist, dass nicht immer alle exakt gleiche Voraussetzungen haben, gehört zum Spiel. Man denke da nur an unterschiedlichste Platzverhältnisse. Zudem haben die meisten Teams schon bis zu 80 Prozent ihrer Spiele absolviert. Da lässt sich in der Tabelle die Leistungsstärke gut erkennen.

Freilich haben sich die Mannschaften durch die vielen Wechselperioden verändert, was aber auch in normalen Spielzeiten passiert. Dass jetzt aber halbe Mannschaften ausgewechselt wurden, ist die Ausnahme. Von absoluter Wettbewerbsverzerrung zu sprechen, verbietet sich. Zudem geht es hier um Amateurfußball. Finanzielle Nachteile erleidet durch die Quotientenregel niemand.

Nein, Fußball ist Gewinnen und Verlieren, ist Tabelle, ist Torverhältnis, ist einfach Wettbewerb, und sei der noch so schwierig zu händeln. Eventuell sogar zwei Jahre für nichts trotz aller Anstrengungen, Konzepten und Ideen der Fußballfamilie zwischendurch – diesen Triumph sollten wir dem Coronavirus wirklich nicht gönnen.

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Info:

Definition Quotientenregel

Der endgültige Tabellenstand wird über den Quotienten aus erzielten Gewinnpunkten und ausgetragenen Spielen ermittelt.

Ein Beispiel: 40 erzielte Punkte aus 20 Spielen ergeben dann den Quotienten 2,00.

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