08.04.2021 - 16:03 Uhr
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Quotientenregel im Fußball: Ein klares NEIN

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Soll bei Saisonabbruch im Amateurfußball die Quotientenregel angewendet werden? Sportredakteur Reiner Fröhlich sagt nein. Denn: Diese Regel ist unfair und würde auf unsportliche Weise einige Vereine bestrafen.

von Reiner Fröhlich Kontakt Profil
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Angeblich aus Angst vor einer Klagewelle hat der Bayerische Fußballverband als einziger Landesverband Deutschlands im vergangenen Jahr beschlossen, die Saison 2019/20 trotz der Corona-Pandemie am 1. September fortzusetzen. Dieser Beschluss liegt den Verantwortlichen des BFV nun bleischwer im Magen. Im Falle eines Abbruches der Saison hätte der Verband Entscheidungen treffen müssen: Wie sind Auf- und Abstieg zu regeln, wie geht man mit den Relegationsplätzen um? Denn die Satzung gab damals zu diesen Themen nichts her.

Eine andere Meinung vertritt Sportredakteur Josef Maier

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Wie auch immer diese Entscheidungen ausgefallen wären – es hätte in den einzelnen Ligen Verlierer gegeben. Und diese wären vermutlich vor Gericht gezogen, da Gewinner das eher selten tun. Indem der BFV die Saison verlängerte, wurde die Entscheidung vertagt. Nun ist aber absehbar, dass in dieser XXL-Saison die Amateure nicht mehr Fußball spielen werden.

Sinnigerweise hat der BFV im Sommer 2020 den Paragrafen 93 eingeführt, um – im Nachhinein – per Satzung für einen Abbruch gerüstet zu sein. Das Stichwort lautet „Quotientenregel“. Dummerweise gibt es bei der Anwendung dieser Lösung ebenfalls Verlierer, die den Klageweg beschreiten könnten. Der BFV hat somit das Problem nicht gelöst, sondern nur verschoben. Der Verband sollte diese Regelung nicht anwenden, sie ist unfair, bestraft auf unsportliche Weise einige Vereine und bringt vermutlich Klagen mit sich – genau das, was der Verband vermeiden wollte. Sinnvoller wäre es, in den einzelnen Ligen auf den Abstieg zu verzichten – wie es in etlichen anderen Landesverbänden schon geschehen ist. Und den Erst- und Zweitplatzierten oder auch den Drittplatzierten – falls gewünscht – den Aufstieg zu ermöglichen. Nach dem Stand der Hinrunde, denn da hat jeder gegen jeden gespielt. Keine Verlierer, keine Klagen.

Wenn nun die Funktionäre sagen: „Dann haben wir ja 2021/22 viel zu große Ligen“, übersehen sie eines: die Corona-Pandemie. Denn auch in Zukunft müssen nicht nur die Fußballer damit rechnen, dass eine fünfte oder sechste Welle den Spielbetrieb erneut unterbricht. Dass dann eine Liga mit 16 oder gar 18 Mannschaften nicht zu Ende spielen wird, dürfte jedem klar sein. So kann eine Lösung nur lauten: die Ligen in kleinere Gruppen aufzuteilen – damit es im Fußball wieder sportliche Wettbewerbe gibt.

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Info:

Definition Quotientenregel

Der endgültige Tabellenstand wird über den Quotienten aus erzielten Gewinnpunkten und ausgetragenen Spielen ermittelt.

Ein Beispiel: 40 erzielte Punkte aus 20 Spielen ergeben dann den Quotienten 2,00.

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