In Bayern gibt es am Donnerstag zwölf neue Coronavirus-Fälle. Damit wurden binnen einer Woche 54 Fälle des neuartigen Virus Sars-CoV-2 im Freistaat bestätigt, wie das bayerische Gesundheitsministerium in München mitteilte.
Vier Fälle wurden aus München gemeldet, zwei aus dem oberbayerischen Landkreis Miesbach. Außerdem wurden zwei Fälle aus dem Landkreis Neu-Ulm gemeldet sowie ein Fall aus dem Landkreis Aichach-Friedberg. Aus dem mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt wurde ein Fall gemeldet. Zwei Fälle gibt es in Würzburg.
In Würzburg und Unterhaching sind in der Nacht zum Donnerstag Fälle des Coronavirus bestätigt und deshalb Schulen zunächst geschlossen worden. In Unterhaching sei ein Kind, das das Lise-Meitner-Gymnasium besuche, nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert, teilte das Landratsamt München mit. Das Gesundheitsamt und die Schulleitung hätten daher entschieden, die Schule am Donnerstag und Freitag zu schließen. Alle Schülerinnen und Schüler sollten demnach zu Hause bleiben.
Auch in Würzburg wurden zwei junge Erwachsene der Leonhard Frank-Schule positiv auf das Coronavirus getestet. Der Unterricht falle nach Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und der Regierung Unterfranken am Donnerstag aus, teilte die Stadt Würzburg mit. Ob es sich bei beiden um Schüler oder Lehrer handelt war zunächst unklar.
In Bayern wurden am Mittwoch 15 neue Corona-Fälle bestätigt. Erstmals wurde je ein Fall in den Landkreisen Lindau und Augsburg nachgewiesen, dazu kommen sechs neue aus dem Landkreis Freising, vier neue aus dem Landkreis München und jeweils ein neuer aus den Landkreisen Nürnberg, Freising und Ostallgäu, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch unter Berufung auf das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in München am Mittwoch mitteilte.
Bei dem Infizierten aus Lindau handelt es sich nach Angaben des Landratsamts um einen Familienvater aus Lindau, dessen Kontaktpersonen vorsorglich unter häusliche Quarantäne gestellt worden seien. Davon betroffen seien unter anderem 59 Schülerinnen und Schüler aus zwei Lindauer Schulen.
Am Dienstag hat sich eine weitere Infektion mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 bestätigt. Der neue Fall wurde aus dem niederbayerischen Landkreis Passau gemeldet, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.
"Die Sicherheit der Bevölkerung steht an erster Stelle. Es gilt das klare Primat der Medizin", sagte Ministerpräsident Markus Söder nach einer bayerisch-sächsischen Kabinettssitzung in Hof. Wichtig sei, die Eindämmungsstrategie fortzusetzen, Prävention zu betreiben und Schutzmöglichkeiten für Ältere und Risikopatienten zu verbessern, etwa wenn es um Schutzmasken und Desinfektionsmittel gehe. Angesichts der Auswirkungen auf die Wirtschaft dringt der CSU-Chef zudem auf finanzielle Hilfen für Unternehmen.
Bislang sind in Bayern insgesamt 68 Patienten positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Bei 14 Patienten ist die Erkrankung Covid-19 bereits auskuriert, alle sind wieder aus den Krankenhäusern entlassen worden. Sie standen im Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf in der Nähe Münchens. Bei Webasto war im Januar eine Mitarbeiterin aus China zu Besuch, die das Virus in sich trug. Kollegen und teils deren Angehörige infizierten sich.
Wunsch nach Beurteilungsmaßnahmen für Großveranstaltungen
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) verlangte rasch konkrete Beurteilungskriterien für Großveranstaltungen. Bisher gebe es nur eine Empfehlung des Gesundheitsministeriums, internationale Großmessen abzusagen. "Ich bin mir hier mit dem Deutschen Städtetag völlig einig, dass wir schnellsten einheitliche Standards brauchen, um verantwortungsvolle Entscheidungen treffen zu können."
Für viele Veranstaltungen gibt es noch keine Entscheidung. Aus Augsburg hieß es, nach derzeitiger Lage könnten Frühlingsfest und Plärrer stattfinden. Letztgültige Aussagen könnten noch nicht getroffen werden. Auch zum Oktoberfest wurde bisher nichts bekannt.
Gut 100 Tage vor Beginn der Fußball-EM hoffen die Verantwortlichen des Spielortes München auf eine positive Entwicklung der aktuellen Coronavirus-Krise. "Derzeit schaut es so aus, als ob die Dinge einen guten Lauf nehmen", sagte Münchens Sportreferentin Beatrix Zurek. "Man ist mit den internationalen und örtlichen Behörden, auch mit uns, in Kontakt und beobachtet die Entwicklung."
23 Schüler für eine Woche zu Hause
Am Gymnasium in Dorfen im oberbayerischen Landkreis Erding bleiben nach einem Schüleraustausch in die als Corona-Risikogebiet erklärte italienische Emilia-Romagna 23 Schüler die ganze Woche zu Hause. Die Neunt- und Zehnklässler hatten vor den Ferien eine Woche in Bologna verbracht, wie Schulleiter Markus Höß mitteilte. Auch die beiden Lehrer, die an der Fahrt teilnahmen, bleiben der Schule fern. "Es ist eine reine Vorsichtsmaßnahme", betonte Höß. Das Kultusministerium hatte nach den Ferien geraten, Schüler, die in Risikogebieten im Urlaub waren, sollten möglichst daheim bleiben.
In Italien gibt es inzwischen sogar Vorsichtsmaßnahmen auf den Skipisten: Dort dürfen weniger Menschen in Gondeln. Seilbahnen und andere geschlossene Transportmittel dürften nur noch zu einem Drittel der normalen Kapazität gefüllt sein, heißt es in dem Dekret aus Rom. Der Betreiber der Seilbahn im Wintersportort Cortina d'Ampezzo hob hervor, dass die Einschränkung den "Komfort" in der Kabine erhöhe. Italien ist in Europa das Land mit den meisten Covid-19-Erkrankten.
In Bayern wurden bisher insgesamt 36 Patienten positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Bei 14 Patienten ist die Erkrankung Covid-19 bereits auskuriert, alle sind wieder aus den Krankenhäusern entlassen worden. Sie standen im Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf in der Nähe Münchens. Dort hatte im Januar eine Mitarbeiterin aus China Kollegen angesteckt.



































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