12.06.2020 - 14:31 Uhr
AltendorfOberpfalz

Dorfläden boomen seit Corona

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In Zeiten der Corona-Krise lassen die Leute ihr Geld im Ort – zumindest in Altendorf und Gleiritsch. Artikel des täglichen Bedarfs holen sie im Dorfladen um die Ecke. Die Verantwortlichen hoffen, dass dies anhält.

Wer auf frische, vor allem regionale Produkte, setzt, ist im Dorfladen – wie hier in Gleiritsch – genau richtig.
von Irma Held Kontakt Profil

Dorfläden als Nachfolger der Tante-Emma-Läden dienen der Nahversorgung, sichern ein Stück Lebensqualität und sind nicht zuletzt ein Ort der Kommunikation. Doch die mit viel ehrenamtlichen Engagement geführten Einrichtungen kämpfen mit roten und gegen rote Zahlen. Dabei bieten sie, ob in Altendorf, Gleiritsch oder Trausnitz frische regionale Produkte an.

In Zeiten des Lockdowns und der Pandemie erfahren sie eine Aufwertung. Die Einnahmen in Altendorf und Gleiritsch steigen. "Die Umsätze im Dorfladen Altendorf haben sich in den Monaten April und Mai im Vergleich zu den Vorjahresmonaten erfreulicherweise um etwa ein Drittel erhöht", sagt der Geschäftsführer des Altendorfer Dorfladens Georg Köppl zu Oberpfalz-Medien. Stammkunden hätten pro Einkauf mehr Geld da gelassen.

Höhere Nachfrage nach regionalem Fleisch

Das kann der Gleiritscher Geschäftsführer Anton Brand nur unterschreiben. Lag vor der Krise der Einkauf pro Kunde bei 8 bis 8,50 Euro sei er auf 10 bis 11 Euro gestiegen. Zugelegt hat in Altendorf die Nachfrage nach Wurst und Fleischwaren eines regionalen Metzgers. In Gleiritsch mit der ausladenen Frischetheke sind Fleisch, Wurst und Käse seit der Eröffnung vor mehr als sieben Jahren ein Hauptstandbein. Mehr verkauft werden Brand zufolge allerdings Artikel aus dem Trockensortiment. Und Klopapaier war kurze Zeit auch in den Dorfläden Mangelware - "aber nur kurz", betont Brand. Der "Schau eina"-Laden war da so etwas wie ein Geheimtipp. Das Plus bei den Zigaretten, mutmaßen die beiden Geschäftsführer, machten die geschlossenen Grenzen aus.

Erweiterung um Café-Betrieb

Gleiritsch

Trotz der Lockerungen hält sich laut Georg Köppl der Umsatz in Altendorf weiterhin auf dem Niveau der Tage mit den starken Einschränkungen. Ihr Sortiment vergrößern die Dorfläden um Pflanzen und Blumen. "Das wurde ganz toll angenommen und die Leute waren sehr, sehr dankbar", freut sich Brand. Beide Dorfläden arbeiten mit Gärtnereien aus Nabburg beziehungsweise Neunburg zusammen und wollen dies fortführen.

Die Umsätze seien zwar gestiegen, aber ebenso Ausgaben - für Hygiene, konkret für Spuckschutz, Masken und Desinfektionsmittel. "Was weggebrochen ist, sind die Vereinsfeierlichkeiten, die für einen zusätzlichen Umsatz sorgten." Georg Köppl nennt hier Grillfeiern, Schützenfest, Johannisfeuer. Das fehlt auch in Gleiritsch. Das Backofenfest zum Beispiel ist abgesagt.

Was den Trausnitzer Dorfladen betrifft, hält sich Geschäftsführer Martin Schwandner zurück. Es wurde normal weiter gearbeitet zu den gewohnten Öffnungszeiten. Das Angebot sei auch um ein Gärtnereien-Sortiment erweitert worden. "Es ist in Ordnung, wie es läuft."

Der Dorfladen in Altendorf

Bei Öffnungszeiten mit großen Discountern vergleichbar

Georg Köppl ist stolz auf die gute Mischung beim Publikum: "von Kindern, die wie früher mit einem Einkaufszettel geschickt werden über Familien bis hin zu Senioren". Ihn und Anton Brand verbindet die Hoffnung, dass nicht nur in Krisenzeiten die Nahversorgung und der Service diese Wertschätzung erfahren, sondern sich im Bewusstsein der Bevölkerung etwas ändere. Bei den Öffnungszeiten zum Beispiel brauchen sich die kleinen Läden nicht hinter großen Discountern zu verstecken. Den beiden Geschäftsführern geht es in erster Linie darum, dass sich die Einrichtungen selber tragen, nicht um Gewinne, sondern um die "schwarze Null" .

Feier zum Siebenjährigen in Gleiritsch

Gleiritsch
Das Sortiment ist groß. Der Dorfladen Altendorf hat alles, was man braucht.

Die Eröffnung des Dorfladens in Trausnitz

Die Dorfläden unterliegen genau den gleichen Hygieneregeln wie große Märkte.

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