16.07.2020 - 17:02 Uhr
AmbergOberpfalz

Bewerbung als Kulturhauptstadt: Amberg bleibt an Nürnbergs Seite

Wenn Nürnbergs Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2025 klappt, will die Stadt Amberg als Teil der Metropolregion dabei sein – auch finanziell. Dabei bleibt es. Auch wenn Corona für Unsicherheiten sorgt.

Der Vollmond geht hinter der Kaiserburg auf: Nürnberg will 2025 Kulturhauptstadt Europas sein. Und Amberg möchte als Partner dabei sein.
von Heike Unger Kontakt Profil

Im Juni vergangenen Jahres hatte der Amberger Stadtrat seine Absicht erklärt, sich an der Bewerbung Nürnberg als Kulturhauptstadt Europas 2025 zu beteiligen. Daran erinnerte Ambergs Kulturreferent Fabian Kern am Dienstag im Kulturausschuss. Amberg ist bereits seit 2005 Bestandteil der Metropolregion Nürnberg. Nürnberg hat es im Rennen der Bewerber um den Kulturhauptstadt-Titel inzwischen in die zweite Auswahlrunde geschafft. Die Entscheidung, wer von den verbliebenen fünf Kandidaten den Zuschlag bekommt, fällt laut Kern Ende des Jahres.

Nürnberg als Kulturhauptstadt: Amberg will mitmachen

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Finanzieller Beitrag 210 000 Euro

Nachdem Nürnberg bis 21. September sein "finales Bewerbungsbuch" abgeben muss, seien nun auch die weiteren beteiligten Kommunen aufgefordert, ihre Beteiligung zu konkretisieren, berichtete Kern. Amberg tue das gerade. Als unterer Rahmen ausgegeben sei dabei, "pro Bürger einen Euro für den Zeitraum von fünf Jahren einzuplanen". Das wären im Fall Ambergs insgesamt 210 000 Euro. Das Kulturreferat hat in Abstimmung mit der Kämmerei einen Vorschlag für die Tranchen erstellt, in denen Amberg seinen finanziellen Beitrag leisten will: 2021 ist noch keine Zahlung vorgesehen, 2022 dann 40 000 Euro, 2023 und 2024 jeweils 50 000 Euro sowie 2025 dann 70 000 Euro.

Was konkret mit diesem Geld geschehen soll, konnte Kern noch nicht sagen: Erst wenn Nürnberg den Titel bekomme, werde entschieden, welche Projekte finanziert werden. Amberg werde dann auch die Möglichkeit haben, eigene Themen zu bestimmen. Kern denkt dabei zum Beispiel an Industriekultur und Tourismus. Wichtig sei es aber auch, mit Nürnberg gemeinsame Projekte zu entwickeln, um Fördermittel zu bekommen.

Bringt mehr als es kostet

Angesichts der noch nicht absehbaren finanziellen Folgen der Coronakrise müsse man schon diskutieren, "was kommt da auf uns zu", merkte Oberbürgermeister Michael Cerny an. Allerdings hat sich aus seiner Sicht trotz der Pandemie nichts an seiner Überzeugung bezüglich der Bewerbung als Nürnbergs Partner geändert: "Das bringt uns mehr als es uns kostet." Deshalb empfehle man dem Stadtrat auch, trotz des Blicks auf "Corona-Vorsichtige", dieses Thema "oben auf der Prioritätenliste zu lassen. Fabian Kern fügte hinzu, dass die Unsicherheit über die Folgen von Corona ein Problem sei, das jetzt alle Städte hätten: "Keiner weiß, wie seine Haushaltssituation sein wird."

Kern verwies aber auch darauf, dass vieles von dem, was Amberg als Beitrag zur Kulturhauptstadt Nürnberg leisten könne, Projekte wären, die man ohnehin anpacken würde, für die man in diesem Zusammenhang dann aber Fördergeld bekommen könnte. Er nannte den 100. Geburtstag des Künstlers Michael Mathias Prechtl als ein Beispiel. OB Cerny ist überzeugt, dass Amberg von der Beteiligung profitiert: "Wir sind dann mittendrin." Und Leute, die dann wegen einer Veranstaltung der Kulturhauptstadt das erste Mal nach Amberg kämen, "kommen dann vielleicht später noch einmal als Übernachtungsgäste".

Einstimmiges Votum

Die Vorteile sah auch der Kulturausschuss: Er empfiehlt dem Stadtrat einstimmig, sich im Fall des Zuschlags für Nürnberg als Kulturhauptstadt mit Projektmitteln in Höhe von 201000 Euro, verteilt auf den Zeitraum von 2021 bis 2025, zu beteiligen.

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