07.10.2021 - 14:36 Uhr
AmbergOberpfalz

Gerhard Polt und die Well-Brüder in besonderer Mission in Amberg

Gerhard Polt und Eckhard Henscheid sind zwei Sprachkünstler, die sich gut verstehen. Was der Kabarettist, Autor und Schauspieler am Literaten schätzt, hat er vor dem Auftritt anlässlich Henscheids 80. Geburtstag am Telefon erzählt.

Gerhard Polt (Zweiter von links) und die Well-Brüder Karl, Christoph und Michael (von links) aus´m Biermoos geben in Amberg ein Gastspiel zu Ehren Eckhard Henscheids 80. Geburtstag.
von Anke SchäferProfil

ONETZ: Herr Polt, am 14 .Oktober geben Sie zusammen mit den Well-Brüdern im Stadttheater Amberg einen Abend zu Ehren von Eckhard Henscheid. Wann haben Sie den Amberger Schriftsteller kennengelernt?

Gerhard Polt: Da muss ich überlegen. Über diese Frankfurter Schule, da kannte ich Robert Gernhardt (Schriftsteller und Maler, Anmerk. d. Red.). Eckhard Henscheid kannte ich vorher nicht persönlich, hatte aber seine Bücher gelesen, sehr gemocht und wusste sofort, wer das ist. Es war sehr schön, in Kontakt zu kommen. Das waren sehr interessante Leute, gute Gesprächspartner. In gewissen Abständen haben wir uns dann getroffen.

ONETZ: Und wie kam die Idee der gemeinsamen Lesungen zustande?

Gerhard Polt: Gute Frage. Aus der Laune heraus. Ich wusste, dass er Lesungen macht und manchmal habe ich auch Lesungen gemacht. Wir hätten nichts zusammen gemacht, wenn wir uns nicht sympathisch gewesen wären.

ONETZ: Ging so ein gemeinsamer Abend eigentlich ganz ohne Rangeleien ab? Waren Sie sich immer einig, was Auswahl und Darbietung betrifft?

Gerhard Polt: Natürlich ohne Rangeleien. Da hat es nie Probleme gegeben. Wir haben das nach Lust und Laune gestaltet. Um dem Publikum eine Freude zu machen.

ONETZ: Wird es da Fortsetzungen geben?

Gerhard Polt: Nein. Schauen Sie, er ist über 80, ich werde nächstes Jahr 80… . Als Nächstes plane ich mit den Well-Brüdern eine Revue in den Kammerspielen (München, Anmerk.d.Red.), die muss auch geschrieben, inszeniert usw. werden.



ONETZ: So kurz nach Eckhard Henscheids 80. Geburtstag ist ja noch ein bisschen Lobhudelei drin – was schätzen Sie an ihm besonders und was wünschen Sie ihm?

Gerhard Polt: Ich mag ihn als Gesprächspartner. Ein gescheiter Mensch und äußerst ironiebegabt. Er hat einen hervorragenden Blick für Menschen, Existenzen und Situationen, in die sich Menschen begeben. Er hat einen Blickwinkel, den nur wenige Leute haben und eine Art der Perspektive – das machen ihm nur Wenige nach. Er ist ein ganz Großer.

ONETZ: Und Ihr Wunsch für ihn?

Gerhard Polt: Was wünscht man jemandem, den man schätzt? Gesundheit. Die Gaudi muss man sich selber machen.

ONETZ: Im Programm zum Amberger Gastspiel ist zwar nicht davon die Rede, aber wird es vielleicht doch ein Wiedersehen direkt auf der Bühne geben?

Gerhard Polt: Das weiß ich nicht. Das muss sich ergeben, das wird sich ergeben. Auch die Wells bewundern seine literarische Kraft und mögen ihn auch persönlich. Das ist der Grund für unseren Auftritt in Amberg – einfach eine schöne Geschichte.

ONETZ: Ihr Terminkalender ist ja nach wie vor prall gefüllt.

Gerhard Polt: Ehrlich gesagt wäre das nicht so, hätte es Covid nicht gegeben. Wir haben so viele Termine, die wieder und wieder verschoben wurden und jetzt flehen uns die Veranstalter an, damit die Karten nicht verfallen. Und ich kenne viele sehr existenzbedrohende Situationen in dieser Branche.

ONETZ: Von der Option, das Leben als Privatier zu genießen, halten Sie wohl nichts?

Gerhard Polt: Nein. Morgen mache ich mit den Wells und Georg Schramm (Kabarettist, Anmerk. d. Red.) im Prinzregententheater (München, Anmerk. d. Red.) einen Abend zu Ehren von Dieter Hildebrandt (Kabarettist, Anmerk. d. Red.). Der hat bis zum Lebensende gespielt, war auf der Bühne. Ich bin ja kein Beamter. Wir haben Berufe, die man so lange machen kann, wie es geht – warum aufhören? Nehmen Sie das Theater: Erst junger Liebhaber oder Anbetungswürdige, dann Zwischenjahre, dann gereift und kaum gereift in Pension gehen? So lange die Menschen einem zuhören und einen sehen wollen, ist das toll. Man ist ein Triebtäter, hat schon Dieter Hildebrandt gesagt.

Gespräch mit Eugen Hubert

Sulzbach-Rosenberg

Neues Programm in Weiden

Weiden in der Oberpfalz
Gerhard Polt (2.v.re.) und die Well-Brüder Christoph, Karl und Michael (von links) aus´m Biermoos geben in Amberg ein Gastspiel zu Ehren Eckhard Henscheids 80. Geburtstag.
Christoph (links)und Michael Well, (rechts) werden in Amberg auch dabei sein, wenn , Gerhard Polt (Mitte) in Amberg zu Ehren Eckhard Henscheids 80. Geburtstags auftritt.
Hintergrund:

Zu Person und Veranstaltung

  • Gerhard Polt, geboren am 7. Mai 1942 in München, ist Kabarettist, Autor und Schauspieler
  • seine Filme "Kehraus", "Man spricht deutsh" und "Herr Ober!" sind Kult-Klassiker
  • seit 40 Jahren stehen Gerhard Polt und die musizierenden Well-Brüder gemeinsam auf der Bühne
  • am Donnerstag, 14. Oktober, 19.30 Uhr gastieren Gerhard Polt und die Well-Brüder Christoph, Michael und Karl aus´m Biermoos im Stadttheater Amberg, die Veranstaltung ist bereits ausverkauft
  • der Pavillon vor dem Stadttheater Amberg zur Prüfung der 3G-Nachweise ist aus gegebenem Anlass bereits ab 17.30 Uhr geöffnet. Um lange Wartezeiten zu vermeiden, bittet das Kulturamt alle Ticketinhaber um frühzeitiges Erscheinen.
  • es besteht während des gesamten Abends Maskenpflicht am Sitzplatz

 

 

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