08.06.2020 - 14:47 Uhr
AmbergOberpfalz

Typisch Oberpfalz: So macht man Hollerküchl

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Die Saison ist kurz, aber gerade ist die perfekte Zeit, um Hollerküchl zu backen. Köchin Marille Gramolla verrät, wie's geht. Und dass man auch Früchte so zubereiten kann.

Mmmmmmmmm, lecker: Hollerküchl. Die haben jetzt, Anfang Juni, gerade Saison.
von Heike Unger Kontakt Profil

"Einmal im Jahr Hollerküchl und dazu eine Tasse Kaffee: Da weiß jeder, es wird Sommer", schwärmt Marille Gramolla. Vielleicht lässt der Sommer wettermäßig gerade noch ein bisschen auf sich warten – aber der Holunder blüht momentan, also steht dem Genuss aus der eigenen Küche nichts im Wege.

Auf Insekten achten

Zuerst aber müssen die Blüten gesammelt werden. "Dabei auf Insekten achten", lautet Gramollas Tipp, denn in den Holler-Dolden tummeln sich gern allerlei Tierchen. Vor allem Läuse scheinen Gefallen an den Blüten zu finden: Ein genauer Blick, bevor man die Dolden zupft, lohnt sich also. Damit andere kleine rabbler noch das Weite suchen können, empfiehlt Gramolla, die Hollerblüten am besten im prallen Sonnenschein zu ernten und sie in einen Korb zu legen. Allzu lang liegen lassen sollte man sie freilich nicht, damit sie nicht welken.

Waschen sollte man die zarten Blüten übrigens nicht: Schütteln genügt. Und mit dem Teig,in den Gramolla ihren Holler taucht, kann man auch andere Köstlichkeiten lecker umhüllen: Statt der Hollerblüten "können das ganze Jahr über auch andere Früchte wie Erdbeeren, Äpfel, Bananen, Ananas, Zwetschgen, Kirschen und Aprikosen verwendet werden", sagt Marille Gramolla.

Auch für Gemüse und Obst

Die Kümmersbruckerin schwört übrigens auf Mineralwasser in ihrem Teig: Damit werden die Hollerküchln "schön knusprig, aber nicht so schnell braun". Wer neutrales Frittierfett oder Öl verwendet, "kann jede Art von Gemüse und Blättern frittieren", lautet ein weiterer Tipp der Fachfrau. "Für Gemüse immer Wasser- oder Bierteig verwenden." Hartes Gemüse sollte man allerdings vor dem Ausbacken blanchieren.

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Amberg
Rezept:

Hollerküchl

Zutaten:

Holunderblüten

Puderzucker/Zimtzucker

Ausbackteig:

2 Eigelb

2 Eiweiß

200g Mehl

1 Messerspitze Backpulver

300g Flüssigkeit (Milch, Bier, Sekt oder spritziges Mineralwasser)

1 Prise Salz

½ Teel. Zucker

Ausbackfett:

Am besten Butterschmalz (benutztes Küchlfett)

Zubereitung:

Eigelb und Mineralwasser in einen Rührbecher geben, zusammen kräftig verrühren. Das Mehl mit dem Backpulver in eine Schüssel sieben, das Eigelbwasser zugeben und dabei kräftig rühren, damit keine Klumpen entstehen. Ungefähr 20 Minuten quellen lassen.

Das Eiweiß mit Salz steif schlagen, Eischnee unter den Teig heben. Das Fett in einem Topf erhitzen (etwa 185 Grad). Wird der Teig mit Milch gemacht, das Fett nur auf etwa 170 Grad erhitzen.

Holunderblüten nochmal ausschütteln und in den Ausbackteig tauchen. Die Holunderblüten dann ins heiße schwimmende Fett geben. Dabei die Blüten am Stiel anfassen und ins heiße Fett eintauchen, Blüten etwas nach oben ziehen und wieder nach unten drücken: Dadurch breiten sie sich aus. Goldgelb backen. Wenn die untere Seite fertig ist, Hollerküchl umdrehen. Fertige Exemplare mit einem Schaumlöffel herausheben und zum Abtropfen auf eine mit Küchenrolle belegte Platte legen. Mit Puderzucker oder Zimtzucker bestreut servieren.

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