11.11.2021 - 10:13 Uhr
AmbergOberpfalz

Die Zwiebel: Medizin aus der Küche

Die Zwiebel bringt nicht nur Würze in Speisen. Sie kann auch bei kleinen Wehwehchen gut helfen. So ist eine Zwiebelsuppe nicht nur Delikatesse, sondern auch Heilmittel. Schon im Mittelalter nutzten sie Mönche gegen Krankheiten wie Skorbut.

Zwiebeln sollten in keinem Haushalt fehlen. Sie helfen schnell bei vielen Wehwehchen.
von Adele SchützProfil

In jedem Supermarkt gibt es sie spottbillig zu kaufen und in keinem Haushalt fehlt sie: die Zwiebel. Sie gehört zum Alltagsgemüse, das zu beinahe allen deftig-würzigen Speisen als Zutat einfach dazugehört. Aber sie kann noch mehr.

„Die Zwiebel strotzt nur so vor Heilkräften und schafft bei sehr vielen Leiden und Wehwehchen eine schnelle und wirksame Abhilfe“, sagt Heilpraktikerin Daniela Dotzler. Die Zwiebel halte nicht nur das Gefäßsystem jung, sondern lindere auch Beschwerden vom Husten über Verdauungsbeschwerden und Entzündungen aller Art bis hin zum Haarausfall.

„Es gibt kaum eine bessere Hausapotheke, die so leicht verfügbar ist. Mit Zwiebeln in der Vorratskammer hat man immer ein Heilmittel zur Hand“, versichert die Heilpraktikerin. Manche könnten beim Anblick einer Zwiebel schon heulen, sagt Dotzler. Dabei sei das Gemüse „doch so gesund“. Die Zwiebel sei schon von Mönchen im Mittelalter als Medizin geschätzt worden: „Die Zwiebel zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Im Mittelalter setzten Mönche sie in der Klostermedizin gegen Pest, Cholera und Skorbut ein. Der berühmte Arzt Paracelsus schwor im 16. Jahrhundert ebenfalls auf die heilende Kraft der Zwiebel.“ Nicht umsonst sei 2015 die Zwiebel zur Heilpflanze des Jahres gekürt worden, so Dotzler.

Vor allem rote Zwiebeln könnten den Cholesterinspiegel senken. Zudem hätten, nach ihren Aussagen, Studien gezeigt, dass Zwiebeln Krebs durch ihren hohen Anteil an Antioxidantien vorbeugen könnten. Bei Diabetes würden Zwiebeln helfen, den Blutzucker zu senken. „Die gesunden Inhaltsstoffe der Zwiebel machen es aus“, weiß die Heilpraktikerin. Bei vielen pflanzlichen Hausmitteln sei die gesunde Wirkung wissenschaftlich nicht bewiesen. Nicht so bei den Zwiebeln. Fast alle Sorten, besonders aber rote Zwiebeln, hätten einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen und antioxidativen Schwefelverbindungen.

Die Sulfide wirkten antiallergisch und antibakteriell – und somit entzündungshemmend. Auch die Vitamine A, B (darunter Vitamin B 6), Vitamin C und K sowie Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium, Zink, Kalzium und Kalium und Spurenelemente wie Jod seien reichlich vorhanden, informiert Daniela Dotzler. Inhaliert könne der Dampf von Zwiebelsud eine verstopfte Nase lösen. Auch eine heiße Suppe aus Zwiebeln habe diese positive Wirkung. „Wenn beim Zwiebelschneiden die Augen tränen, ist das übrigens nicht weiter schlimm. Schuld ist der schwefelhaltige Reizstoff“, weiß die Heilpraktikerin.

Sie hat noch weitere Anwendungsformen der Zwiebel als wirksames Heilmittel parat:

Zwiebelsäckchen bei Ohrenschmerzen oder Mittelohrentzündung:

Rote oder weiße Zwiebel klein schneiden. Circa einen Esslöffel Olivenöl in einem Topf oder kleinen Pfanne erwärmen und die Mischung in ein Herrentaschentuch aus Stoff, Teebeutel oder ein Baumwolltuch geben. Anschließend sanft an das Ohr drücken oder auflegen. Mit einem Stirnband befestigen.

Migräne und Asthma:

Bei Migräne können Zwiebeln ebenfalls für Linderung sorgen: Auch hier die oben beschriebene Mischung in ein Tuch geben, auf die Stirn oder in den Nacken legen und mit einer Wärmflasche abdecken. Asthma können Zwiebelsäckchen auf der Brust ebenfalls leicht lindern.

Hautverletzungen wie Bienen- und Mückenstiche, Kratzer und leichte Verbrennungen:

Einfach eine dicke Zwiebelscheibe oder eine Zwiebelhälfte auf die betroffene Stelle legen und einwirken lassen oder den Stich oder Kratzer mit Zwiebelsaft einreiben. Eine halbierte kleine Zwiebel kann auf der Stichstelle mit etwas Mullverband fixiert werden. „Das ist schmerzstillend und abschwellend“, erklärt Dotzler.

Zahnschmerzen:

Zur Linderung von Zahnschmerzen könne man eine Zwiebelscheibe auf die schmerzende Stelle im Mund drücken, so die Heilpraktikern. Zur Verstärkung kann noch ein Tropfen ätherisches Nelkenöl aufgeträufelt werden. Ein Zwiebelsäckchen außen auf die Wange gelegt, hilft bei leichteren Beschwerden ebenfalls.

Narben:

Zur Behandlung von Narben könne man eine Salbe aus Zwiebelextrakt auftragen. „Sie hemmt nicht nur mögliche Entzündungen, sondern wirkt auch abschwellend“, sagt Dotzler. Zur Salbenherstellung den Zwiebelsaft mit etwas Wasser erwärmen und mit Bienenwachs binden.

Haarausfall:

Gegen Haarausfall die geriebene Zwiebel auf die Kopfhaut auftragen und sanft massieren, anschließend mit einem milden Shampoo waschen. Dies könne die Kopfhaut reinigen und dabei die Blutzirkulation und den Haarwuchs anregen.

Akne:

Bei Aknepusteln, geriebene Zwiebel mit etwas feinem Meersalz mischen und als Peeling verwenden, mit milder biologischer Seife abwaschen.

Husten, Schnupfen und Halsschmerzen:

Bei Husten und Schnupfen wirkt Zwiebelsirup schleimlösend, bei Halsschmerzen hemmt er die Entzündung und lindert dadurch die Beschwerden. Die Zubereitung ist einfach: frische Zwiebeln klein schneiden und mit Zucker oder Honig vermischen. Zwölf Stunden ziehen lassen. Dadurch bildet sich ein süßer Saft (Sirup). Mehrmals am Tag einen Esslöffel davon einnehmen.

„Damit Zwiebeln gesund machen und ihre heilsame Wirkung optimal entfalten können, ist es nötig, dass sie möglichst unbelastet sind von Pestiziden und anderen Schadstoffen“, sagt Daniela Dotzler. „Daher sollten ausschließlich Zwiebel aus biologischem Anbau verwendet werden.“

Tipps von Daniela Dotzler: So wird gesund geschlemmt

Großschönbrunn bei Freihung
Service:

Rezept für französische Zwiebelsuppe

Zutaten:

3 Esslöffel Butter, 450 Gramm Zwiebeln, 4 Knoblauchzehen, 3 Esslöffel Mehl, 200 Milliliter Weißwein, 1 Liter Rinderbrühe (oder Hühnerbrühe), 5 Spritzer Worcestersoße, 1 Lorbeerblatt, 3 Zweige Thymian, ½ Teelöffel Salz, eine Prise Pfeffer, ½ Stange Baguette (zum Beispiel Dinkel), 100 Gramm Käse, Petersilie zum Dekorieren.

Zubereitung:

Zwiebeln in Scheiben schneiden, den Knoblauch fein hacken. Die Butter in einem Topf schmelzen lassen. Zwiebeln bei geschlossenem Deckel etwa fünf bis sechs Minuten weich dünsten. Den Knoblauch und das Mehl unterrühren. Mit dem Weißwein ablöschen und mit der Rinderbrühe aufgießen. „Als Erkältungssuppe ist Hühnerbrühe besser“, sagt Heilpraktikerin Daniela Dotzler. Worcestersoße, Lorbeerblatt und Thymianzweige hinzufügen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Auf mittlerer Temperatur zehn Minuten köcheln lassen. Baguette in Scheiben schneiden und diese bei 200 Grad Celsius im Ofen sechs bis acht Minuten toasten. Suppe in feuerfeste Schälchen füllen. Krosse Baguettescheiben oben auflegen und mit Käse bestreuen. Die Schalen nochmals zwei bis vier Minuten in den Ofen geben, bis der Käse goldgelb und fein zerlaufen ist. Mit Petersilie garniert servieren.

Schnell sind Zwiebelsäckchen zubereitet, die bei Ohrenschmerzen, Mittelohrentzündung, Asthma und Migräne Linderung verschaffen, weiß Heilpraktikerin Daniela Dotzler.
Die Französische Zwiebelsuppe ist was für Feinschmecker, die einer Erkältung vorbeugt. Sollte einen die Erkältung bereits erwischt haben, garantiert das Löffeln dieser Zwiebelsuppe eine Wohltat für Körper und Sinne.
Die Zwiebel strotzt nur so vor Heilkräften und schafft bei sehr vielen Leiden und Wehwehchen eine schnelle und wirksame Abhilfe. .

 

 

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