03.04.2019 - 18:50 Uhr
AuerbachOberpfalz

Bundeswehr informiert über Schießlärm-Messungen in Grafenwöhr

Im Herbst hat die Bundeswehr am Rande des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr die Belastung durch den Schießlärm gemessen. Nun beginnt das Tauziehen um Abhilfe.

Französische Soldaten feuern während einer Artillerieübung in Grafenwöhr mit ihrem Geschütz "Camion Equipé d'un Système d'Artillerie" (CAESAR).
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Die Auswertung der Messungen im Herbst zum Schießlärm rund um den amerikanischen Truppenübungsplatz Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) hat sich hingezogen. Noch am Dienstag hatte die Bundeswehr auf Anfrage mitgeteilt, dass die Werte bislang nicht vorliegen. Die Ergebnisse wurden von einem Sprecher des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr für das Ende des ersten Quartals 2019 avisiert.

Am Mittwoch gab es dann in Grafenwöhr ein Treffen der Bundeswehr und US-Armee mit Bürgermeistern und Landräten sowie Vertretern der bayerischen Staatskanzlei. Dort wurde "über die von der Bundeswehr durchgeführten Messkampagnen und deren Ergebnisse umfangreich informiert", teilte das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr am Abend mit. Aus dem Umfeld des Truppenübungsplatzes nahmen die Bürgermeister von Auerbach, Eschenbach, Pressath, Grafenwöhr und Vilseck, dem Markt Freihung und dem Markt Kirchenthumbach sowie die Landräte der Landkreise Amberg-Sulzbach und Neustadt/WN am Gespräch teil. Die Zusammenkunft sei Teil des im Jahr 2018 begonnenen Konsultationsprozesses auf Verwaltungsebene zwischen dem Bundesministerium der Verteidigung und den US-Landstreitkräften Europa. Um Vorschläge zur Verringerung der Lärmbelastung zu erarbeiten, war eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, US-Streitkräften und Bundeswehr eingerichtet worden. Diese tagte zuletzt am 26. Februar. Das Ziel ist es laut Verteidigungsministerium, weitere Lärmschutzmaßnahmen zu vereinbaren. Die Bundeswehr überwacht deren Umsetzung und Einhaltung. Für die Umsetzung ist laut Bundesregierung die US-Armee zuständig.

Die ersten Lärmmessungen wegen des Schießlärms waren im September 2018 an acht Punkten während der amerikanischen Übung "Saber Junction 18" erfolgt: in Grafenwöhr, in Königstein-Kürmreuth, in Kirchenthumbach, in Ernstfeld und in Eschenbach sowie an vier Punkten in Auerbach, darunter auch in Nitzlbuch, das rund 500 Meter von der Schießbahn 213 entfernt ist.

Eine zweite Messkampagne der Immissionsmessstelle der Bundeswehr erfolgt im Oktober 2018. Sie orientierte sich an den Messpunkten der ersten Kampagne, um vergleichbare Werte zu bekommen. "Als Messpunkte wurden Orte in der Nähe von Wohnbebauungen" gewählt, teilte die Bundeswehr mit. Maßstab waren die "Beschwerden der Anwohner an die regional zuständige immissionsschutzrechtliche Überwachungsstelle der Bundeswehr".

Im Jahr 2018 gab es 33 Beschwerden wegen Schießlärm, die laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Regensburger Bundestagsabgeordneten Stefan Schmidt (Grüne) registriert wurden - fast so viele wie im Jahr 2009, als zum letzten Mal der Ärger über den Schießlärm hochgekocht war. Damals waren es 35 Beschwerden. Im Jahr danach ging die Zahl auf elf zurück. Ein Jahr später waren es zwölf Beschwerden. Danach schwankte die Zahl zwischen zwei und fünf im Jahr.

Grafenwöhr

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.