11.03.2019 - 18:04 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Nach Orkan folgt Glätte

Das Sturmtief "Eberhard" sorgte bis in den Montagvormittag hinein im Kreis Tirschenreuth für viele Einsätzen. Polizei, Feuerwehren und Rettungsdienste hatten besonders mit den Folgen von umgestürzten Bäumen zu kämpfen.

von Lucia Seebauer Kontakt Profil

Sturmtief „Eberhard“ hatte den Kreis Tirschenreuth voll im Griff. Blockierte Straßen und Bahngleise, umgestürzte Bäume, Unfälle, Glätte sowie Stromausfall – zahlreich rückten Einsatzkräfte bei dem Unwetter aus. „Es kam geballt alles innerhalb von ein paar Stunden. Aber die Feuerwehren haben jeden Einsatz routinemäßig bearbeitet“, sagte Kreisbrandrat Andreas Wührl.

Auch Jürgen Meyer, der Pressesprecher der Integrierten Leitstelle (ILS) Nordoberpfalz, äußert sich ähnlich: „Wir hatten mit allen Folgen zu kämpfen, die man bei so einem Sturm erwarten muss. Aber die meisten Sachen, wie umgestürzte Bauzäune, abgedeckte Dächer oder Bauteile, die abzustürzen drohen, sind dabei fast Tagesgeschäft. Die Koordination der Einsatzkräfte hat perfekt funktioniert.“

Die ILS verzeichnet in der Nacht zu Montag allein ab 20.30 Uhr noch 77 Einsätze im Landkreis Tirschenreuth und 205 im gesamten Einsatzgebiet. Wobei es trotz der großen Zahl an Einsätzen und der hohen Windgeschwindigkeiten nur zu wenigen Personenschäden durch herumfliegende Teile kam. „Es gab kleinere Schnitte, Platzwunden und Blessuren zu versorgen, aber keine ernsthaften Verletzungen“, meldet Meyer.

Tirschenreuth - Eberhard hält Feuerwehr im Landkreis auf Trab

Tirschenreuth

Umgestürzte Bäume

So hatte auch eine Erbendorferin Glück, als sie Sonntagabend während des Sturms gegen einen umgestürzten Baum fuhr. Sie war auf der Kreisstraße TIR 33 von Thann Richtung Thumsenreuth unterwegs. Ein Baum stürzte quer über die Straße und die Fahrerin konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. Ihr Auto wurde stark beschädigt, sie selbst nicht verletzt. Die Feuerwehren Siegritz und Thumsenreuth sicherten die Unfallstelle.

Die Bergung des Pkw war laut dem Bericht der Polizeiinspektion Kemnath vorerst nicht möglich, da die Gefahr zu groß war, dass weitere Bäume umstürzen könnten. Aus diesem Grund war die Straße bis Montagmorgen gesperrt. Ein weiterer Unfall mit zwei Verletzten ereignete sich auf der B 299 bei Josephshof. Wieder krachte ein Auto in einen umgestürzten Baum. Von drei Insassen wurden zwei Männer verletzt und in ein umliegendes Krankenhaus gebracht. Das Fahrzeug hatte einen Totalschaden.

Sturm "Eberhard" in der Oberpfalz - Eine Bilanz von Wetterexperte Andy Neumaier

Oberpfalz

Zudem versperrte ein Baum die Bahnstrecke zwischen Marktredwitz und Kirchenlaibach. Blockiert waren auch die Gleise auf der Zugstrecke zwischen Wiesau und Marktredwitz. Die Feuerwehren Wiesau und Pechofen befreiten gegen 20.30 Uhr die Bahnstrecke an der Stelle Oberteich von Bäumen. Das Technische Hilfswerk hat noch in der Nacht im Auftrag der Bahn die Räumung der Zugstrecke übernommen und abgebrochene Äste und umgestürzte Bäume entfernt.

Weitere Bäume entfernten die Feuerwehren bei Hohenhard und Fuchsmühl sowie an den Staats- und Kreisstraßen rund um den Steinwald. In Brand hob der Sturm das Dach eines Gartenhäuschens ab. Eine verstopfte Dachrinne kapitulierte vor den Regenmassen in Fuhrmannsreuth. Das Wasser lief in eine Wohnung und musste dort abgepumpt werden.

Fuchsmühl - Kollision nach Hagelschauer

Fuchsmühl

In der Nähe des Friedhofs von Krummennaab stürzte ein Baum in eine Hochspannungsleitung und sorgte für einen längeren Stromausfall. Die Bewohner eines angrenzenden Hauses mussten zwischenzeitlich das Gebäude verlassen, da es sich in unmittelbarer Nähe der betroffenen Hochspannungsleitung befand.

Schneeglatte Straßen

Am morgen kam es wegen Schneefall und Glätte zu drei weiteren Unfällen. In Tirschenreuth rutschte ein Fahrzeug gegen eine Verkehrsinsel, wobei jedoch kein nennenswerter Schaden entstand. Weniger glimpflich ging ein Unfall in der Nähe von Waldershof aus. Ein junge Frau war mit ihrem Auto von Lengenfeld in Richtung Fuchsmühl unterwegs. Sie konnte auf der schneeglatten Fahrbahn vor der Einmündung in die Staatsstraße zwischen Waldershof und Fuchsmühl nicht rechtzeitig bremsen und schlitterte in den Kreuzungsbereich. Ein aus Richtung Waldershof kommender Mercedesfahrer konnte nicht mehr ausweichen. Die Fahrerin wurde mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus Marktredwitz eingeliefert. Der Fahrer des Mercedes blieb unverletzt. Die Polizei schätzt den Schaden auf etwa 35 000 Euro.

Ein 47-jähriger Autofahrer kam ebenfalls auf einer schneebedeckten Fahrbahn in Kulmain ins Rutschen. Er versuchte noch durch das Heranfahren an eine Böschung rechts neben der Straße seine Geschwindigkeit zu bremsen. Jedoch kippte er durch die steile Böschung zunächst auf die Fahrerseite und im Anschluss überschlug er sich einmal und blieb schließlich auf der Beifahrerseite quer zur Fahrbahn liegen. Der Fahrer wurde leicht verletzt, konnte aber nach kurzer Behandlung des BRK vor Ort wieder entlassen werden.

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