08.06.2020 - 20:03 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

US-Armee als Wirtschaftsfaktor für die Oberpfalz

Die Soldaten der US-Armee Garnison Bavaria geben rund 104 Millionen Euro jährlich in der Region aus. Zieht Präsident Trump einen Teil davon ab, hat das erhebliche Folgen für die Oberpfalz.

.An den Standorten der US-Armee Garnison Bavaria in Grafenwöhr, Vilseck, Hohenfels und Garmisch leben und arbeiten mehr als 40 000 US-Amerikaner.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil

US-Präsident Donald Trump will 9500 Soldaten der US-Truppen in Deutschland abziehen. Das könnte erhebliche Folgen für die Oberpfalz haben, wie Zahlen der US-Army Garnison Bavaria zeigen.

Diese Garnison Bavaria mit ihren Truppenübungsplätzen in Grafenwöhr und Hohenfels sei ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, meint Pressesprecher Franz Zeilmann. Auf 660,8 Millionen Euro beziffert die Armee im Haushaltsjahr 2018 den jährlichen "Economic-Impact" (Umsatz), der in die Region fließe, erläutert er.

An den Standorten der Garnison Bavaria in Grafenwöhr, Vilseck, Hohenfels und Garmisch leben und arbeiten mehr als 40 000 US-Amerikaner. "Der Schwerpunkt der Stationierung des US-Heeres liegt in Bayern mit rund 15 000 US-Soldaten", so der Sprecher. Bundesweit sind 34 000 US-Amerikaner stationiert.

Für die Garnison Bavaria arbeiten auch 3300 Deutsche. "Neben den fest angestellten Mitarbeitern beim US-Militär gibt es zusätzlich noch hunderte deutsche und amerikanische Arbeitsstellen bei zivilen Vertragsfirmen auf dem Truppenübungsplatz", ergänzt der Sprecher. Seit 1998 haben 88 Deutsche eine Ausbildung bei der US-Armee absolviert. 73 von ihnen seien noch beschäftigt. Die deutschen Arbeitnehmer verdienen jährlich insgesamt etwa 176,9 Millionen Euro.

Derzeit leben zirka 18 500 amerikanische Streitkräfte und Zivilisten "off-post", also außerhalb des Kasernengeländes in US-Wohnsiedlungen. 106 Millionen Euro kosten Miete und Unterhalt von angemieteten Häusern. Etwa 2000 Wohnungen mietet das Militär auf dem privaten Markt an. Die privaten Ausgaben der Amerikaner in der Garnison Bavaria werden laut Zeilmann auf 103,8 Millionen Euro geschätzt.

Auch für Bauaufträge, Instandhaltung, Serviceleistungen und die medizinische Versorgung in der Garnison gibt die Armee Geld aus. 2018 waren es 283,1 Millionen Euro, wie der Sprecher mitteilt. Etwa 9 Millionen Euro flossen in Umweltschutzprojekte. Momentan laufen Bauprojekte für etwa 120 Millionen US-Dollar, darunter der Neubau einer Grundschule. In Planung sind Projekte für etwa 400 Millionen US-Dollar, etwa der Bau von Doppelhäusern im US-Südlager Vilseck.

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Kommentare

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Joachim Schmidt

Ja, auch ich persönlich profitiere vom Geld der US Armee, aber ehrlich: dieser einseitige Fokus auf wirtschaftliche Vorteile ist ungenügend.

Jeder, der sich mit den US Kriegen der Vergangenheit in Afrika, Syrien, Lybien / Irak, Afghanistan auseinandersetzt (alle völkerrechtswidrig ohne UN Mandat mit Verstoß gegen UN Charta) der weiß das diese Kriege ohne das Drehkreuz Deutschland der US Militär Basen nicht möglich wären. Va Ramstein, aber auch Grafenwöhr hat seinen Anteil an dem Leid und vielen Toten (erinnert sei an die Aussagen von Albright zu Toten Kindern).

Militär und Krieg ist eben keine "normale Industrie" die "Arbeitsplätze schafft" wie ATU, witron, Conrad, BHS. Der Unterschied :Bei deren Aktivitäten werden Werte geschaffen.

Ich weiß im gespräch mit vielen Oberpfälzern, dass dieser Aspekt auch Ihrer Meinung nach nur unzureichend bei der thematisierung beleuchtet wird.

09.06.2020