24.04.2021 - 10:27 Uhr
IllschwangOberpfalz

Wie die Gemeinde Illschwang Energiekosten und Kohlendioxid-Ausstoß senken kann

Die Energieagentur Regensburg hat das Ilschwanger Freibad, den Bauhof und das Feuerwehrhaus unter die Lupe genommen. Jetzt weiß der Gemeinderat, was sich bei deren Heizung und Stromverbrauch besser machen lässt.

Die Energieagentur stellte verschiedene Maßnahmen vor, die bei der in den nächsten Jahren anstehenden umfassenden Freibadsanierung Berücksichtigung finden sollten.
von Norbert WeisProfil

Zur Aprilsitzung besuchten den Gemeinderat Illschwang Geschäftsführer Ludwig Friedl und Projektingenieur Christian Winterhalter von der Energieagentur Regensburg. Sie brachten die Ergebnisse eines Energiecoachings mit, bei dem das Freibad, der Bauhof und das Feuerwehrhaus im Blickpunkt standen.

Geschäftsführer Friedl beschrieb die Agentur als ein Bindeglied zwischen Bürgern und der politischen Ebene bei der Umsetzung der Energiewende. Steigende Energiekosten für kommunale Liegenschaften sowie die zunehmende Erwartungshaltung an die Politik hinsichtlich der Verwirklichung von Energieprojekten machten ein entsprechendes Coaching sinnvoll. Der Kommune entstünden keine Kosten; diese begleiche die Regierung der Oberpfalz aus Staatsmitteln.

Projektingenieur Christian Winterhalter setzte einen Schwerpunkt seiner Ausführungen beim Freibad. Dort wartet die Gemeinde auf die Zusage zu einer umfassenden Sanierung. Als Energieformen kommen aktuell Photovoltaik, Pumpensysteme und Solarthermie zum Einsatz. Der Energiebedarf kommt im Schnitt zu 80 Prozent aus dem Bereich Wärme. Die Fernwärme für die Beckenbeheizung liefert die Hackschnitzelheizung der Grundschule. Der Heizstrom für die Duschen macht 20 bis 25 Prozent des Gesamtstrombedarfs aus. Die Heizperiode umfasst zwischen Mai und September 132 Tage.

Die Agentur empfiehlt, bei der Sanierung eine Photovoltaikanlage mit möglichst großer Leistung zu installieren. Bei den Pumpensystemen riet Winterhalter zu neuen Elektromotoren der höchsten Effizienzklasse in Verbindung mit Frequenzumrichtern zur Anpassung der Drehzahl. So könnten 50 Prozent des Stroms eingespart werden. Beim Warmwasser erscheine eine Umstellung auf Durchlauferhitzer sinnvoll.

Zweites Untersuchungsobjekt beim Energiecoaching waren das Feuerwehrhaus und der Bauhof. Dort entfalle derzeit ein Großteil des benötigten Stroms auf die elektrische Heizung. Die Feuerwehr nutzt im Obergeschoss Nachtspeicheröfen. Im Bauhof sowie in der Fahrzeughalle der Feuerwehr sind Röhrenheizungen verbaut. Marmorplatte und Heizstrahler befinden sich im Büro des Bauhofs und in den Toilettenanlagen. Gegenwärtig umfasst die gesamte Leistung 75 kW.

Winterhalter empfiehlt eine Heizungsmodernisierung, unter anderem mit dem Anschluss an ein geplantes Wärmenetz der Firma MR-Heizung, den Einbau eines wassergeführten Verteilsystems zur Wärmeübertragung und die Deinstallation sämtlicher stromgeführter Wärmeerzeuger. Beim Anschluss an ein Wärmenetz betrage die Förderquote derzeit 35 Prozent, wenn mindestens 55 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Energien kämen. Sollte die Wahl auf eine Pelletheizung fallen, sei mit 35 Prozent der förderfähigen Kosten zu rechnen. Der Pelletkessel sollte innerhalb des Hauses eingebaut werden. Sollte dies nicht möglich sein, würden die Kosten für den Einbau erheblich steigern. Bei einer Modernisierung könnte der Kohlendioxid-Ausstoß erheblich gesenkt werden.

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Illschwang
Eine umfassende Modernisierung der Heizung empfiehlt die Energieagentur Regensburg für das gemeinsame Gebäude von Feuerwehr und Bauhof

 

 

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