03.06.2020 - 18:48 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Hospiz Sankt Felix in Neustadt: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Was ist der Unterschied zwischen einer Palliativstation und einem Hospiz? Wer wird in einem Hospiz aufgenommen und wer trägt die Kosten? Die wichtigsten Fragen und Antworten zu unserer Serie über das Hospiz Sankt Felix in Neustadt.

Im ehemaligen Krankenhaus in Neustadt ist seit Februar 2019 das Hospiz Sankt Felix in Betrieb. Neun Gäste können dort ihr Lebensende würdig verbringen.
von Sonja Kaute Kontakt Profil

Wer steckt hinter dem Hospiz Sankt Felix in Neustadt?

Das Hospiz Sankt Felix hat seinen Betrieb am 11. Februar 2019 aufgenommen. Träger ist die gemeinnützige GmbH Sankt Felix. Gesellschafter sind der Malteser Hilfsdienst (52 Prozent) und die Kliniken Nordoberpfalz AG (48 Prozent). Der ambulante Hospizdienst der Malteser Neustadt/Weiden unter der Leitung von Elke Lauterbach ist dem Hospiz räumlich angeschlossen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Palliativstation und einem Hospiz?

Der wesentliche Unterschied besteht in der ärztlichen Behandlung: Auf einer Palliativstation ist immer ein Arzt präsent. Im Hospiz kommt bei Bedarf ein Hausarzt. Je mehr akute medizinische Probleme es gibt, desto eher kommt eine Palliativversorgung infrage. Ist die akute Phase vorbei, kann eine Betreuung im Hospiz folgen. Im Hospiz kann der Gast bis zum Tod bleiben, auf einer Palliativstation muss er nach Abschluss der Behandlung sozialrechtlich gesehen entlassen werden.

Wie viele Plätze gibt es im Hospiz Sankt Felix?

Ein stationäres Hospiz darf maximal 16 Plätze zur Verfügung stellen. In Sankt Felix gibt 9 Plätze (Oberpfalz: 19 Plätze) plus zwei Übernachtungsräume für Angehörige. Es gibt wesentlich mehr Bedarf.

Wie viele Gäste wurden dort bisher aufgenommen?

140 Anfragen gab es im ersten Jahr für das Hospiz. 62 Menschen waren seit Betriebsaufnahme zu Gast. 54 Gäste sind verstorben (Stand 25. Februar 2020). Das Durchschnittsalter beträgt 77 Jahre, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer 30 Tage (Stand für 2019). Die Daten können stark schwanken.

Welche Voraussetzungen gibt es für eine Aufnahme?

Voraussetzung ist eine vom Arzt bescheinigte fortschreitende oder bereits weit fortgeschrittene Erkrankung mit schwerwiegenden Begleitsymptomen, bei der eine Heilung ausgeschlossen ist und die eine Lebenserwartung von Wochen oder wenigen Monaten erwarten lässt. Es muss begründet werden, warum die ambulante Versorgung zu Hause und ergänzende ambulante Versorgung sowie Finalpflege in stationären Pflegeeinrichtungen nicht ausreicht. Das Hospiz ist nur für Erwachsene zugelassen.

Welche Rolle spielt Geld dabei?

Der Tagessatz wird zu 95 Prozent von den Krankenkassen getragen. 5 Prozent Anteil muss das Hospiz selbst aufbringen. Das ist einer der Gründe für viele Anfragen, denn ein Platz im Pflegeheim kostet dagegen viel Geld. Das Hospiz ist aber keine günstige Alternative zum Pflegeheim. Je nach Belegung benötigt das Hospiz 80 000 bis 140 000 Euro Spenden pro Jahr. „Wir brauchen die Unterstützung der Gesellschaft in allen Formen, zum Beispiel Einzelspenden, Sammel- und Benefizaktionen“, sagt Susanne Wagner.

Kann ich das Hospiz besichtigen?

Führungen nach Terminvereinbarung sind derzeit für Interessierte mit maximal einem Angehörigen möglich. Gruppenführungen wieder nach Aufhebung der Corona-Beschränkungen.

Die Coronakrise trifft das Hospiz Sankt Felix hart

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Wie kann ich für das Hospiz Sankt Felix spenden?

Über das Spendenkonto (Empfänger: Hospiz Sankt Felix gemeinnützige GmbH, Kennwort: Sankt Felix, IBAN: DE07 3706 0120 1201 2701 00) oder über eine Spende an den Förderverein für Schwerkranke zugunsten des Hospizes.

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