Die Zahl der Briefwähler ist bei der Poppenrichter Bürgermeisterwahl diesmal besonders hoch, wie Verwaltungsleiter Hartmut Gawlik auf Nachfrage der Redaktion am Dienstag mitteilte: Zu diesem Zeitpunkt waren es rund 1200 der insgesamt 2700 wahlberechtigten Poppenrichter, die ihre Stimme auf diesem Weg abgegeben haben. "Auf jeden Fall mehr als normal", kommentiert Gawlik dies – und nennt "natürlich Corona" als Grund dafür. Wegen der Pandemie habe man diesmal aus den sonst üblichen zwei Stimmbezirken einen gemacht: Poppenrichter, die am Sonntag an die Wahlurne treten wollen, können das diesmal nur in der Aula der Grundschule tun, und zwar von 8 bis 18 Uhr und mit speziellen Corona-Schutzvorschriften. Die Briefwahl wird in der Turnhalle ausgezählt.
Für die Wahl, die wegen des Rücktritts des erst 2019 zum Bürgermeister gewählten Roger Hoffmann erforderlich geworden ist, gibt es ein umfangreiches Schutz- und Hygienekonzept, wie Gawlik sagt. So können Wähler beispielsweise einen eigenen Stift mitbringen. FFP2-Masken sind Pflicht, sowohl für die Wähler als auch für die Wahlhelfer. Die Wahlvorstände sitzen alle zwischen Plexiglasscheiben, es gelten Abstandsregeln und Zutrittsbegrenzungen: maximal sechs Menschen dürfen zeitgleich im Wahllokal abstimmen.
Wegen Corona: Einlasskontrolle
Deshalb übernehmen vor der Grundschule zwei Mitarbeiter des Bauhofs die Einlasskontrolle: Sind sechs Besucher in der Aula, muss der nächste warten, bis einer von ihnen das Gebäude verlässt. Neben dem Stimmzettel bekommen die Wähler diesmal auch ein Einmal-Desinfektionstuch, um die Wahlkabine zu desinfizieren. Und schließlich gilt im Wahllokal eine "Einbahn-"Regelung: Man betritt es durch den Haupteingang und verlässt es durch den Ausgang zum Allwetterplatz, damit werden Begegnungen verhindert.
All das, meint Hartmut Gawlik, bedeute natürlich schon einen Mehraufwand, sei aber in Coronazeiten einfach erforderlich. Um diese Wahl zu gewinnen, ist nur eine einfache, keine absolute Stimmenmehrheit erforderlich. Und was wäre, wenn beide Kandidaten gleich viele Stimmen bekämen? Dass damit keiner rechnet, zeigt sich schon darin, dass Gawlik da einen Moment zögert, bevor er auf einen Losentscheid verweist.
Entscheidung per Ü-Ei
Vorsichtshalber schaut der Verwaltungsleiter aber nochmal extra in die Gemeinde- und Landkreis-Wahlordnung. Die bestätigt: Bei einem Patt würde gelost. "Das haben wir noch nie gehabt", sagt Gawlik, zumindest nicht bei einer solchen Wahl. Bei der Besetzung eines Ausschusses aber habe tatsächlich schon einmal gelost werden müssen. Gawlik lacht, als er erzählt, dass er dafür extra zwei Überraschungseier besorgt hat: Die gelben Kapseln, die im Schoko-Ei ein kleines Spielzeug für Kinder bereit halten, waren perfekt, um darin je ein Los unterzubringen, ohne dass man sehen konnte, was auf den Zetteln stand.
Am Sonntagabend soll es in Poppenricht aber ohne Ü-Ei klappen mit der Wahl. Gawlik rechnet damit, dass das Ergebnis zwischen 19 und 20 Uhr feststehen wird. Über einen Aushang am Rathaus-Eingang und über die Internetseite der Gemeinde soll es bekanntgegeben werden. Es ist dann offiziell zunächst nur das "vorläufige" Ergebnis. Offiziell festgestellt und damit amtlich wird es erst, wenn der Wahlausschuss am Montag, 15. März, um 11 Uhr zusammentritt und es bestätigt.



















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.