08.11.2021 - 15:06 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Hohe Kunst des Imkerns: 22 "Gold 1A"-Prädikate beim Bayerischen Honigfest in Sulzbach-Rosenberg

Es ist das Geschenk zum 150. Geburtstag des Bienenzuchtvereins Sulzbach-Rosenberg: Beim 7. Bayerischen Honigfest ist das Publikumsinteresse groß. Der Honig ist allerdings heuer im Freistaat nicht sehr reichlich geflossen.

von Heidi FranitzaProfil

Auf seiner Homepage berichtet der Bienenzuchtverein Sulzbach-Rosenberg von mehr als 600 Besuchern: Das 7. Bayerische Honigfest macht die Krötensee-Mittelschule am Sonntag quasi zu einem Bienenstock - mit Maske und Abstand. Stefan Spiegl, der Präsident des Landesverbandes Bayerischer Imker (LVBI), eröffnete das Programm.

Bundestagsabgeordnete Susanne Hierl würdigte in ihrem Grußwort das nachhaltige Wirken des traditionsreichen Bienenzuchtvereins. Mit Blick auf den derzeitigen Klimagipfel sagte die Vertreterin des Wahlkreises Neumarkt/Amberg/Amberg-Sulzbach in Berlin: "Wir können von den Bienenvölkern lernen, dass gemeinsames Agieren zum Erfolg führt."

Verantwortung für die Natur

Die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und dem seit 150 Jahren bestehenden Bienenzuchtverein Sulzbach-Rosenberg betonte Bürgermeister Michael Göth. Landrat Richard Reisinger bescheinigte allen Imkern eine wichtige Arbeit und würdigte stellvertretend Helmut Heuberger für sein außerordentliches Engagement.

"Es ist uns eine große Ehre, dieses Jahr das 7. Bayerische Honigfest ausrichten zu dürfen. Es ist eine Würdigung unserer Arbeit. Gleichzeitig ist es aber auch eine Verpflichtung, die Verantwortung für die Natur zu übernehmen", betonte Andreas Royer, Vorsitzender des Imker-Kreisverbands Sulzbach-Rosenberg. Er verwies mit diesen Worten schon auf die Auslobung der prämierten Honige.

2021 ein schlechtes Honigjahr

Wie die Lose der 154 Teilnehmer geprüft und bewertet wurden, erläuterte Stefan Ammon, der Obmann Honig des LVBI. "Es ist ein schlechtes Honigjahr gewesen", erinnerte er an Teilnehmerzahlen in den vorangegangenen Jahren von rund 300. Knapp ein Fünftel, genau 30 Proben, kamen heuer aus der Oberpfalz.

Alle Fehler beim Produkt oder seiner Verpackung seien penibel dokumentiert worden. 61,7 Prozent der eingereichten Honige blieben ohne jegliche Beanstandung. Vergeben wurden 28 mal Bronze, 66 mal Silber und 11 mal Gold. Mit Gold 1A wurden 22 Lose prämiert. "Das ist die hohe Kunst des Imkerns", würdigte Ammon die 22 Meisterleistungen. Die Auszeichnung "Bester Honig Bayerns" erhielten Markus Böhmisch, Pia Fischer und Christian Maushart. Die meisten Teilnehmer stellte der Bienenzuchtverein Sulzbach-Rosenberg. Das beste Gesamtergebnis verbuchte der Imkerverein Krumbach von 1981.

Industriell gemischter Honig "fragwürdig"

Dr. Ingrid Illies vom Institut für Bienenkunde und Imkerei Veitshöchheim nahm die Zuhörer am Nachmittag mit in die Welt der Bienen. Sie beleuchtete die Reduktion des Zuckerverbrauchs und die Erweiterung des Honigkonsums im geschichtlichen Kontext. Zudem machte sie deutlich, dass Honig ein Naturprodukt sei. Industriell gemischter Honig, der immer gleich schmecke, sei in dieser Hinsicht fragwürdig: "Die Geschmacksvielfalt des Honigs ist ein Geschenk der Natur."

Am Nachmittag herrschte ein reger Andrang. So waren auch die Vorträge von Martina Riedl zum Backen mit Honig und Klaus Körber, der über die Bienenweide im Garten und auf dem Balkon aufklärte, sehr gut besucht. Hans-Jürgen Nägerl vom Landhotel Weißes Ross widmete sich dem Kochen mit Honig. Er hatte immer ein voll besetztes Zimmer. Der Duft der frisch zubereiteten Speisen lockte die Besucher an wie im Frühjahr der gelbblühende Raps die Bienen.

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Hintergrund:

Zahlen rund um den Honig in Deutschland

Die Bayerischen Honighoheiten, Prinzessin Alexandra und Königin Katharina II., untermalten ihre Grußworte mit interessanten Zahlen:

  • Pro-Kopf-Verbrauch: 1,3 Kilogramm im Jahr, ein internationaler Spitzenwert
  • Produktion: 20 Prozent des Eigenbedarfs. Vier von fünf Gläsern Honig müssen also importiert werden.

"Die Geschmacksvielfalt des Honigs ist ein Geschenk der Natur."

Dr. Ingrid Illies, Institut für Bienenkunde und Imkerei Veitshöchheim

Dr. Ingrid Illies, Institut für Bienenkunde und Imkerei Veitshöchheim

 

 

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