18.03.2021 - 18:02 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Operation am „Brauerei-Herzen“: Zwei neue Sudkessel am Haken

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Baustelle statt Gerstensaft. Die Sulzbach-Rosenberger Brauerei Fuchsbeck hat ihr Herzstück geöffnet, um sich für die Zukunft fit zu machen. Dabei mussten auch zwei 50-hl-Sudkessel an den Haken.

Die von der Bamberger Firma Schulz hergestellten Edelstahl-Sudkessel werden beim Fuchsbeck künftig nebeneinander stehen und von außen sichtbar sein.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Die Planungen für den Sudhaus-Umbau sind bei Bräu und Fuchsbeck-Besitzer Armin Ertel schon vor etwa drei Jahren gereift, der Zeitpunkt kam dann jetzt mitten in der Pandemie. „Wir wussten ja, dass die Anlagen speziell auch im Sudhaus aus den frühen 60er Jahren stammen und demnach auch einmal der Zeitpunkt der Sudhaus-Entkernung kommen musste“, sagt der Chef, der mit der Maßnahme seinen Betrieb jetzt für die Zukunft ausrichtet.

Ertel ist der Überzeugung, dass auch künftige Generationen auf regional gebrautes Bier als hochwertiges Getränk oder Lebensmittel setzen werden. Deshalb sei es auch für die Brauerei Fuchsbeck unabdingbar, die Anlagen auf den neuesten Stand zu bringen und den Automatisierungsgrad im Brauprozess weiter zu erhöhen.

Große Herausforderung

„Es ist für uns schon eine große Herausforderung, aber auch ein wichtiger Schritt, um unseren Betrieb auch frühzeitig für unsere beiden Söhne Luis (8) und Paul (4) auszurichten, falls sie in diesem Metier später einmal arbeiten wollen“, gibt sich Armin Ertel auch im Namen seiner Frau Elke von der Wichtigkeit des Projekts überzeugt.

Es scheint fast einer Operation am offenen Brauerei-Herzen gleichzukommen, was sich derzeit im Fuchsbeck-Hof abspielt. Emsiges Treiben von Handwerkern, Brauerei-Technikern und Personal verwandelt ein in die Jahre gekommenes Sudhaus in eine moderne Anlage, die auf lange Sicht höchste Bier-Qualität liefern soll.

„Viele Teile sind in die Jahre gekommen und nicht mehr zeitgemäß. Deshalb gibt es neue Wassertanks, eine moderne Sudhaus-Steuerung, Verbesserungen in der Automatisierung, zwei neue Edelstahl-Sudkessel mit je 50 Hektolitern Fassungsvermögen, neue Wasserleitungen, eine Umstellung auf Gasheizung, einen neuen Dampfkessel sowie eine Osmose-Anlage zur Wasseraufbereitung“, nennt der Bräu die wichtigsten Inhalte des Umbau-Projekts, für das ein unterer siebenstelliger Euro-Betrag aufgewendet werde.

Abläufe optimiert

Wie der Bier-Experte beim Rundgang weiter erklärt, habe er zusammen mit seinem Braumeister Sebastian Heuschneider und Bruder Hans Ertel ein schlüssiges Betriebskonzept ausgearbeitet, um die Produktionsabläufe weiter zu optimieren. Aber auch die Versorgung der Kundschaft während der Bauphase spielte bei den Überlegungen zum Umbau eine wichtige Rolle. „Wir haben praktisch von Weihnachten bis Faschingsdienstag durchgebraut und alle Tanks im Gär-, Lager- und Drucktankkeller mit Bier gefüllt, um nicht in Lieferschwierigkeiten zu geraten“, erklärt Armin Ertel, der ab Mitte April wieder zum normalen Braubetrieb übergehen will.

Natürlich habe er aufgrund der hohen Investition und der anhaltenden Pandemie oft schlaflose Nächte gehabt, fehlende Corona-Finanzhilfen für seinen Mischbetrieb und Absatzeinbrüche durch den Ausfall der Feste und die geschlossene Gastronomie seien noch dazugekommen. Dennoch wollte er mit einem runderneuerten Sudhaus das richtige Signal an Gäste und Kunden senden und den Familienbetrieb für die Zukunft fitmachen. „Ein Brauer, der nicht baut, der nicht mehr lange braut“, nennt Armin Ertel als sein Motto dafür. Er freute sich über den Baufortschritt und die reibungslose Installation der Kessel, zu der auch die Zusammenarbeit mit den örtlichen Handwerksbetrieben beigetragen habe.

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Sulzbach-Rosenberg

„Ein Brauer, der nicht baut, der nicht mehr lange braut.“

Motto von Fuchsbeck-Bräu Armin Ertel für seinen Sudhaus-Umbau

Motto von Fuchsbeck-Bräu Armin Ertel für seinen Sudhaus-Umbau

Hintergrund:

Brauerei Fuchsbeck

  • 1834: Braurecht und Bäckerei gehen auf die Familie Orth über.
  • 1938: Aufgabe der Landwirtschaft, Brauerei und Gastronomie rücken in den Fokus.
  • 1951: Hans Orth übergibt an Sohn Georg Orth.
  • 1977: Lina und Erna Orth führen Betrieb, ab 1983 Willi Haller
  • 2008: Armin Ertel übernimmt Brauerei und Gasthof.

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