21.04.2020 - 12:48 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

True Brew aus München braut Bier beim Fuchsbeck in Sulzbach-Rosenberg

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Dosenbier beim Fuchsbeck? Keine Sorge: Es sind zwei junge Leute, die da an ihrer Abfüllmaschine arbeiten. Luis Seubert war 2017 schon mal Braumeister in diesem Haus. Jetzt hat er sich eingemietet und eigenes Bier produziert.

Andreas Dünkel (links) und Luis Seubert füllen viele Hundert Dosen mit ihrem Lager-Bier per Hand ab in der Brauerei.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

"True Brew" heißt die Brau-GmbH, die in München zwischen Isar und Schlachthausviertel logiert. Und weil es halt so ist, wird hier meistens mit englischen Ausdrücken gearbeitet. Die Wirtsstub'n, wenn man sie denn als solche bezeichnen kann, ist dort der "Taproom", Dienstag bis Sonntag ab 17 Uhr geöffnet. Der Clou an der Sache: Die drei Firmen-Gründer Andreas Dünkel, Luis Seubert und Lucas Jochem verkaufen dort direkt aus dem Tank ihre selbst gebrauten Biere, meist sogenannte "Craft-Biere", also Charakterbiere oder Bierspezialitäten, zum Mitnehmen.

https://www.truebrew.co/

Die Bewegung der "Microbreweries", der Kleinstbrauereien, ist in den USA entstanden als Gegenstrom zu den Einheitsbieren der großen Konzerne. In Deutschland mit seiner enormen regionalen Brauerei-Vielfalt ist dieser Stil eigentlich deswegen schon immer vorhanden, wird aber jetzt natürlich noch weiter ausgebaut. Eigenständige Geschmacksprofile lassen sich durchaus mit dem Reinheitsgebot vereinen, auch alte Sorten werden wiederbelebt.

"Craft Beer ist keine Biersorte oder Biergattung, Craft Beer ist eine andere, genussorientierte Herangehensweise an das Bierbrauen. Und das zählt. Wie man es ausdrückt, ist zweitrangig", meint der Verband der privaten Brauereien Deutschlands dazu. Und genau so handeln die drei von Truebrew.

Luis Seubert hat sich an seinen früheren Chef Bräu Armin Ertel vom Fuchsbeck erinnert und ihm einen Vorschlag gemacht in diesen schwierigen Zeiten: Er mietete sich quasi ein im Sudhaus in Sulzbach-Rosenberg und braute mit seinen Freunden dort vor sechs Wochen 40 Hektoliter "Wiener Lagerbier", eine alte, jetzt wiederbelebte Biersorte, angesiedelt nahe dem Märzen.

Und weil das so schön klappte, rückte der gebürtige Hartmannshofer mit seinem Kollegen Andreas Dünkel gleich selber an. Im Gepäck hatten sie neben einigen Paletten Dosen auch eine mobile Abfüllmaschine. Die trat jetzt beim Fuchsbeck in Aktion, und Luis und Andreas schafften es tatsächlich, in perfekter Handarbeit einige tausend Dosen der Größe 0,33 Liter zu füllen, zu verschließen und zu etikettieren.

Mit einer mobilen Maschine wird das Bier in Sulzbach-Rosenberg in Dosen abgefüllt ...
... und etikettiert.

Dass mit 0,33ern in Sulzbach-Rosenberg wohl kein Blumentopf zu gewinnen ist, das wissen die Truebrewer natürlich. Aber die putzigen Döschen sind ja auch für den großen Münchner Szenemarkt bestimmt, der in ihrem Taproom auch homemade Streetfood genießen kann, also eine Brotzeit im Schankraum, würde man hier sagen. Auch für Rucksacktouren eignet sich das Dosenbier gut (mit Backpack outdoor).

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Sulzbach-Rosenberg

So aber gibt der Armin jetzt eins von seinen Bieren aus nach getaner Arbeit, er freut sich über den Besuch der Wander-Brauer ("Gypsy brewer") und über das kleine Zubrot in momentan schweren Zeiten. In Floß übrigens haben die Münchener noch eine zweite Außenbraustelle aufgetan.

Jetzt sind alle Dosen etikettiert und auf Paletten verladen, es geht Richtung Landeshauptstadt, wo der Taproom wartet auf die Kunden für Beer-to-go. Der Fuchsbeck-Gastraum dagegen (Beer-to-seat) ist noch verwaist ...

Die fertigen Dosen auf dem Sudkessel im Brauhaus beim Fuchsbeck.

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