11.11.2021 - 17:23 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Verkehrsschau in Sulzbach-Rosenberg: Von Parkmoral bis Zebrastreifen

Sieben neuralgische Punkte rückten in den Fokus der Sulzbach-Rosenberger Verkehrsschau. Vorrangig ging es um Probleme bei Parkflächen, aber auch um Sicherheitsaspekte in Kreuzungsbereichen. Nicht überall kann geholfen werden.

Während der Verkehrsschau zeigte ein zufälliger Blick in die Nelkenstraße diese "dichte" Verkehrssituation.
von Heidi FranitzaProfil

In der Straßenverkehrsordnung sind regelmäßige Verkehrsschauen zur Überprüfung der Verkehrszeichen und -einrichtungen sowie zur Beseitigung möglicher Gefahren vorgeschrieben. Bei der Sulzbach-Rosenberger Schau am Mittwoch kamen auch Eingaben von Bürgern zur Sprache. Wie am Rande des Ortstermins zu erfahren war, gibt es die Verkehrsschauen alle zwei Jahre. Und wenn Bürgern besondere Punkte am Herzen liegen, sind auch gesonderte Überprüfungen möglich.

Parksituation Philosophenweg

Die Parksituation im Philosophenweg vor der Ampel beim Kreuzerwirt führt gerade zur Hauptverkehrszeit zu Staus und Behinderungen im Gegenverkehr, da Lücken zum Einscheren teilweise zu gering sind. Die Aufstellfläche vor der Ampel sei offensichtlich unzureichend. Die Frage war, welche Maßnahmen zu einer Entspannung beitragen könnten. Die beengte Infrastruktur und der offensichtliche Parkraumbedarf lassen nur wenige Lösungsvorschläge zu. Zunächst soll mit einer Verlängerung der durchgezogenen Linie vor der Ampel die Situation entschärft werden.

Kreuzung bei Pestalozzischule

Immer wieder erhalte die Stadt Eingaben von Eltern, für noch mehr Sicherheit im Bereich der Kreuzung Konrad-Mayer-Straße, Rumburgstraße und Hofgartenstraße zu sorgen. Zum Beispiel in den beiden erstgenannten Straßen für eine Querungshilfe in Form eines Zebrastreifens. Die örtliche Verkehrsbehörde sah hier keine Möglichkeiten, weitere Maßnahmen durchzuführen. Ein Zebrastreifen sei in einer 30er-Zone nicht zulässig. „Zudem ist ein Zebrastreifen kein Freibrief, einfach loszumarschieren. Vielmehr beruht das Vorrecht des Fußgängers auf einer nonverbalen Kommunikation zwischen Autofahrer und Fußgänger“, erklärte Stefan Martin, der Sachbearbeiter Verkehr bei der PI Amberg. In diesem Zusammenhang hofft die Stadtverwaltung auf ein reges Engagement von Eltern und Angehörigen im Schulweghelferdienst. Das sei immer noch eine der sichersten Maßnahmen, die zudem einen Lerneffekt für das richtige Verhalten im Straßenverkehr habe.

Meierfeldstraße

Schulweg und Sicherheit waren auch Themen im Bereich Meierfeldstraße zwischen Staatsstraße 2040 und Jahnstraße. Hier wurde gefragt, ob nicht wegen eines fehlenden Gehwegs die Einrichtung einer Einbahnregelung möglich sei. Das würde jedoch die Erschließung des gesamten Areals erschweren und den Verkehr nur verlagern, so die Argumente der Verkehrsbehörde. Gehwegmarkierungen seien nur eine vorgegaukelte Sicherheit, so Christian Luber von der Unteren Straßenverkehrsbehörde am Landratsamt Amberg-Sulzbach. In diesem Zusammenhang schlug Bürgermeister Michael Göth vor, zehn weitere Geschwindigkeitsanzeigen anzuschaffen, um diese an neuralgischen Punkten wie diesem fest zu installieren.

Ketteler-/Hennebergstraße

Auch bei der Besichtigung der Kreuzung Kettelerstraße, Hennebergstraße, Hugo-Geiger-Straße, Oberschwaigstraße stand der sichere Schulweg im Fokus. Hierzu hatte die Stadtverwaltung eine Zählung durchgeführt. Nur 14 Kinder waren vor Schulbeginn zu Fuß unterwegs, sieben Kinder überquerten die Straße. Drei Kinder wurden begleitet. Eine Verkehrsmessung hätte zwar ein Verkehrsaufkommen von etwa 2000 Fahrzeugen täglich gezeigt, aber fast alle hielten sich an die Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h.

Parksituation Obere Gartenstraße/Renner-Seitz-Straße/Nelkenstraße

Untragbar sei auch die Parksituation im Bereich der Kreuzung Obere Gartenstraße, Renner-Seitz-Straße und Nelkenstraße, weil sich dadurch gefährliche Ausfahr-Situationen ergeben. Nach eingehender Besichtigung führte Christian Luber aus, dass es sich hier um eine ganz normale Rechts-vor-links-Situation handle. Man müsse sich eben in die Kreuzung hineintasten, sich durch Blickkontakt verständigen und manchmal auch auf sein Vorrecht verzichten.

Bahnunterführung Großalbershof

Die Anbringung eines Verkehrsspiegels oder eine Regelung zur Fußgängersicherheit hatten Anwohner sowie die Stadträte Wolfgang Berndt und Joachim Bender für die Bahnunterführung in Großalbershof gefordert. Es gebe jedoch keinen Standort, der die ganze Verkehrssituation abbilde, so die Verkehrsbehörde. Rosalia Wendl ergänzte. „Es wurden auch weitere Möglichkeiten zur Beschilderung überprüft, die jedoch aus Sicht der Fachbehörde zu keiner Besserung der Sicht beitragen würden.“ Bei einer Bevorrechtigungsausschilderung seien Vorsicht und gegenseitige Rücksicht nicht mehr gewährleistet, wusste Stefan Martin von der PI Amberg aus entsprechenden Studien zu berichten. Zudem hätte es keine Unfälle in den vergangenen Jahren gegeben.

Kempfenhofer Weg

Der letzte Punkt auf der Tagesordnung führte zum Kempfenhofer Weg. Hier sollte eine mögliche Öffnung geprüft werden. Eine Fahrzeugzählung hatte ergeben, dass die durchschnittliche tägliche Frequenz an einem Werktag im Jahr 2017 von 500 auf rund 700 Fahrzeuge im Jahr 2021 gestiegen sei. Das höhere Verkehrsaufkommen sei dem Neubaugebiet in Kempfenhof geschuldet. Eine Grundsatzentscheidung, ob die Straße für den öffentlichen Verkehr geöffnet werde, wurde vertagt. Hier soll zunächst die Bürgerversammlung am 2. Dezember abgewartet werden, bei der das Thema auf der Tagesordnung steht.

Stadtrat Wolfgang Berndt hatte während der Verkehrsschau einmal den Einwand gebracht, dass das Wissen um die Straßenverkehrsordnung so manche Situation entschärfen beziehungsweise nicht entstehen lassen würde. Man dürfe nicht vergessen, dass die Teilnehmer einer Verkehrsschau mehr mitbringen müssten als den gerne zitierten „gesunden Menschenverstand“: StVO, VwV-StVO, MA-StB, VzKat, RWB, RWBA, WSchuZR, RUB, BOStrab, EAÖ, ESAB, ERA, M DV, M LV, M QVS, M WBF, R-FGÜ, RAA, RAL, RASt, RABT, RMS, RSA, RtB, RiLSA, RPS, ZTV M und HAV seien als Abkürzungen nur eine kleine Auswahl an Verordnungen, Richtlinien und anerkannten Merkblättern, die bei einer Verkehrsschau berücksichtigt werden müssten.

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„Es wurden auch weitere Möglichkeiten zur Beschilderung überprüft, die jedoch aus Sicht der Fachbehörde zu keiner Besserung der Sicht beitragen würden.“

Ordnungsamtsleiterin Rosalia Wendl zur Bahnunterführung in Großalbershof

 

 

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