04.06.2020 - 16:05 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Nur Sportvereine dürfen Sportplatz der Realschule Weiden nutzen

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Obacht: Das Betreten des Realschul-Sportplatzes kann einem in Zeiten von Corona teuer zu stehen kommen. Wer darf denn momentan überhaupt auf solche Anlagen?

Der Realschul-Sportplatz ist derzeit für die Öffentlichkeit gesperrt.
von Thorsten Schreiber Kontakt Profil

Jürgen Schmucker und sein fünfjähriger Sohn hatten eine Runde auf dem Realschul-Sportplatz gedreht. Dafür soll der Schirmitzer nun 180 Euro Bußgeld zahlen. Sie hatten das Areal von der hinteren Seite betreten, Verbotsschilder seien nicht zu sehen gewesen. Der 43-Jährige habe daher nichts von dem Verbot gewusst.

Schirmitzer soll 180 Euro Bußgeld zahlen

Weiden in der Oberpfalz

"Unser Sportbeauftragter bestätigt, dass der Hausmeister geschickt wurde, um nachzusehen, ob die Schilder stehen würden. Dieser berichtete, dass ein Schild, auf Höhe der Holzbrücke zur DJK abmontiert war und in der Wiese lag. Die anderen Schilder waren aufgehängt", erklärt Norbert Schmieglitz von der Stabstelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt. Die Nutzung des Sportplatzes sei aktuell folgendermaßen geregelt: "Vereine erhalten derzeit vom Sportbeauftragten der Stadt Weiden eine unterschriebene Nutzungsvereinbarung, auf der die Mindestregeln gegeben sind, die einzuhalten sind. Diese Vereinbarung muss der Verein dann bei Ausübung des Trainings mit sich führen und gegen Aufforderung der Polizei vorlegen. Wer diese Nutzungsvereinbarung nicht hat, hat keine Berechtigung, das Gelände zu betreten. Anfragen diesbezüglich sind per E-Mail an sportbeirat[at]weiden[dot]de möglich", sagt Schmieglitz.

Die Stadt habe in Zusammenwirken zwischen Ordnungsabteilung, Sportbüro und Rechtsamt die Öffnung der Sportplätze sorgsam abgewogen, informiert Schmieglitz weiter. Die nur schrittweise Öffnung der Sportplätze solle "der Sicherstellung des Infektionsschutzes einerseits, aber auch der nun immer weiter gefassten Zulässigkeit von Sportausübung andererseits Rechnung tragen". Mit Aufnahme des Schulbetriebs und somit auch des -sports würden künftig auch wieder die Sportplätze verstärkt genutzt, weiß der Sprecher. Zugleich sollen aber auch Vereine wieder vermehrt die Möglichkeit haben, "die Plätze unter Einhaltung der Vorgaben der 5. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmen-Verordnung zu nutzen".

Die Nutzung der Schulsportplätze sei daher in Coronazeiten beispielweise nur gegen Abschluss einer besonderen Nutzungsvereinbarung mit den Verantwortlichen von Sportvereinen möglich. "Ansonsten bleiben die Plätze gesperrt", betont Schmieglitz. Damit stehe ein Verantwortlicher für die Nutzung fest, im Bedarfsfall könnten Infektionsketten nachvollzogen werden. Dies sei bei einer grundsätzlichen Öffnung der Anlagen für die Bevölkerung nicht der Fall, meint der Stadtvertreter.

Die DJK um Vorsitzenden und Stadtrat Reinhold Wildenauer hat eine entsprechende Genehmigung von der Stadt bekommen. So trainieren die beiden Leichtathletikgruppen bereits seit zwei Wochen auf dem Platz: eine auf der rechten und eine auf der linken Seite. Pro Gruppe dürfen nicht mehr als fünf Personen (ein Trainer und vier Athleten) auf dem Areal sein. 400-Meter-Läufe gibt es nicht, nur Sprints oder Hürdenlauf über 100 und 200 Meter sowie Weitsprung. Die Sportler müssen mit Bedeckung für Mund und Nase auf den Platz kommen, trainieren können sie ohne Maske. Die Übungsleiter behalten den Schutz auf.

Sportplätze seien seit jeher von der Bevölkerung gut angenommen worden und gerade im Sommer gut besucht, weiß Schmieglitz. Die Nutzung der Sportplätze erfolgte jedoch nicht ausschließlich zur sportlichen Betätigung. Die Plätze dienten oft auch als reine Versammlungs- und Treffpunkte. Hierfür sollen einerseits nicht durch eine komplette Öffnung der Sportanlagen noch zusätzliche Anreize geschaffen werden. Die Sperrung sei ausschließlich aus infektionsschutzrechtlichen Gründen erfolgt. Verbotsschilder seien an Masten von Straßenlaternen und Verkehrszeichen entlang des Geländers sowie um den Sportplatz angebracht. Sie weisen auf die Allgemeinverfügung vom 16. März 2020 hin. Im Bereich der Fußwege gibt es auch noch Hinweisschilder, die auf die Abstandsregel aufmerksam machen. Bei den ersten Schildern war das Enddatum der 1. Allgemeinverfügung vom 19. April 2020 angegeben, diese wurden dann nach Ablauf der Frist durch die jetzige Version ersetzt. Die Schilder müssten wegen Vandalismus immer wieder erneuert oder ergänzt werden, bedauert Schmieglitz.

Corona-Entwicklung bei Kliniken Nordoberpfalz AG ist erfreulich

Weiden in der Oberpfalz

Keine neuen Corona-Fälle im Landkreis Tirschenreuth

Tirschenreuth
27 Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruchs:

Die Polizeiinspektion Weiden hat auf dem Sportplatz der Realschule zwischen 15. März und 4. Juni bisher 27 Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruchs aufgenommen, informiert Polizeihauptkommissar Thomas Fritsch. Die Zahl der Anzeigen, die die Stadt wegen verbotener Nutzung auf dem Sportplatz seit Beginn des Verbots gestellt hat, steht noch aus, werde aber nachgereicht, sagt Norbert Schmieglitz von der Stabstelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt.

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.