13.11.2019 - 16:50 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Videoüberwachung und Radfahrer in der Fußgängerzone: Diskussion zum Thema Sicherheit in Weiden

Zum ersten Mal fand in der Veranstaltungsreihe Sensiwen eine öffentliche Diskussion zwischen Bürgern und Experten zum Thema Sicherheit statt. Im Maria-Seltmann-Haus kamen Themen zur Sprache, die nicht nur Senioren interessieren dürften.

Diskutierten mit rund 25 Weidenern zum Thema Sicherheit (von links): Polizeidirektor Gerhard Höfler (Bundespolizei Waidhaus), Bürgermeister Jens Meyer, Moderator und ILS-Leiter Jürgen Meyer, Klaus Müller (Polizeidirektor, Leiter der Inspektion Weiden) sowie Polizeihauptkommissar Johann Wurm, Verkehrssachbearbeiter bei der Weidener Polizei.
von Sonja Kaute Kontakt Profil

„Gerade, was Senioren betrifft, ist Weiden ein sicherer Bereich“, sagte Polizeidirektor Gerhard Höfler von der Bundespolizei Waidhaus. Das spiegelte sich auch in den angesprochenen Themen wider, in denen es oft eher um Ordnung als um Sicherheit ging. Polizeidirektor Klaus Müller, Leiter der Polizeiinspektion Weiden, freute sich, zu hören, wo den Weidenern der Schuh drückt. Das ist unter anderem bei diesen Themen der Fall:

Videoüberwachung am ZOB

Was gegen Überwachungskameras am ZOB spreche, wollte ein Fragesteller wissen. „Ältere Herrschaften trauen sich kaum auf die Bänke zu setzen, weil dort so viele Rabauken sind“, sagte er. Bürgermeister Meyer merkte an, das Thema sei im Stadtrat bereits diskutiert, aber wegen rechtlicher Bedenken nicht weiter verfolgt worden. Kameras seien ein „erheblicher Eingriff in die freie Entfaltung der Persönlichkeit“, erklärte Polizeidirektor Müller. Die Polizei werte die Lage am ZOB jährlich aus. In 2018 habe es 18 „polizeilich relevante Ereignisse“ gegeben, davon drei Sachbeschädigungen. Straftaten seien der Polizei keine gemeldet worden. „Das rechtfertigt nicht den Einsatz von Videokameras“, so sein abschließendes Urteil. Sichtbare Präsenz sei wirksamer, deshalb seien Polizei und Sicherheitswacht vermehrt am Busbahnhof unterwegs.

Radfahrer in der Fußgängerzone

Radfahrer in der Fußgängerzone seien vielen Senioren ein Dorn im Auge, berichtete Seniorenbeauftragter Alfons Heidingsfelder. Verkehrssachbearbeiter Johann Wurm bestätigte, rücksichtsloses Verhalten von Radlern sei ein bekanntes Problem. Ein Patentrezept dagegen gebe es jedoch nicht, weil Verkehrsteilnehmer sich den vorhandenen Platz teilen müssen. Dienststellenleiter Müller bat die Stadt, „zu prüfen, ob eine Freigabe des Fahrradfahrer-Verkehrs in der Fußgängerzone noch zeitgemäß ist“.

„Auch Senioren sind manchmal als Radfahrer uneinsichtig und nicht sehr rücksichtsvoll gegenüber anderen“, berichtete Wurm. In Weiden passierten 70 bis 80 Unfälle mit Radfahrern pro Jahr. „73 Prozent dieser Fahrradfahrer sind 2018 selbst Schuld gewesen.“ Sie seien zum Beispiel auf dem Gehweg der linken Fahrbahn gefahren und deshalb übersehen worden.

Seniorenbeauftragter Alfons Heidingsfelder (Mitte) brauchte einige Themen und Fragen, die er bei einer anderen Diskussionsrunde gesammelt hatte, zur Veranstaltung mit.

Parkplatzsucher am ZOB

Über Parkplatzsucher am Busbahnhof ärgerte sich einer der anwesenden Weidener. Er sehe am ZOB regelmäßig Autofahrer diverse Runden direkt über den Busbahnhof drehen, auf der Suche nach einem freien Platz in der Nebenstraße „Am Parkplatz“. Einige fahren ihm zufolge so lange im Kreis, bis ein Platz frei wird. Dieser Hinweis landete sodann auf dem Notizblock der Weidener Polizisten. Autofahrer dürfen hier nun wohl mit mehr Kontrollen rechnen.

Kommunaler Überwachungsdienst

Bürgermeister Jens Meyer wies auf den Kommunalen Ordnungs- beziehungsweise Überwachungsdienst (KÜD) hin, der die Arbeit der Polizei ergänzen soll. Dieser könne Verwarnungsgelder erteilen und Betretungsverbote aussprechen. Die Verwaltung erstelle derzeit die Satzung für den KÜD. Die Voraussetzung für entsprechende Stellen seien bereits geschaffen. „Ich gehe davon aus, dass wir spätestens im Frühjahr starten werden“, kündigte Meyer an.

Weiden in der Oberpfalz

"Runde Knubbel" statt Kreisel

Der "runde Knubbel" auf der Kreuzung Krumme Äcker / Berliner Straße war Thema einer Fragestellerin. Sie wollte wissen, ob man um diesen wie bei einem Kreisel herumfahren soll, wenn man geradeaus fahren oder nach links abbiegen möchte. Sie beobachte immer wieder Autofahrer, die einfach über die kleine Erhebung drüber fahren. Er habe selbst für die Errichtung dieses "Knubbels" – einen weiteren gibt es in Neunkirchen – gesorgt, erzählte Wurm. Es sei kein Kreisel, daher könne man beim links Abbiegen vor dem Punkt herfahren. "Wenn man geradeaus fährt, sollte man den Stoßdämpfern zuliebe leicht drumherum fahren." Die Statistik zeigt ihm zufolge, dass es seit der Errichtung keinen einzigen Unfall mehr an der Kreuzung gegeben habe, weil die Autofahrer konzentrierter seien. Er überlege, ob so ein Mini-Kreisel auch auf der Kreuzung Asyl-/Hermannstraße sinnvoll sei.

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