02.01.2021 - 00:21 Uhr
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Genuss ohne Tierleid

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Rund 1,3 Millionen Menschen ernähren sich in Deutschland inzwischen vegan. Auch die Flossenbürgerin Miriam Lill verzichtet seit über elf Jahren auf tierische Produkte und hat ein Kochbuch geschrieben. Sie zeigt, dass vegan nicht zugleich kompliziert bedeutet.

Miriam Lill liebt es unkompliziert, lecker - und vegan.
von Evi WagnerProfil

Kein Fleisch, kein Fisch, keine Eier und keine Milchprodukte. Vegan zu leben bedeutet, auf jede Art von tierischen Produkten zu verzichten. "Ich ernähre mich ausschließlich aus Tierschutzgründen vegan", erklärt Miriam Lill. "Den letztendlichen Ausschlag gab ein Tag der offenen Stalltür. Wenn man sieht, wie die Tiere leben müssen, bleibt einem fast nichts anderes übrig."

Mit 22 Jahren entschied sich die Flossenbürgerin zunächst dafür, sich vegetarisch zu ernähren, also kein Fleisch mehr zu essen. Ein Jahr später beschloss sie dann, komplett vegan zu leben. "Es sollte jeder daran denken, dass tierische Produkte nicht auf Bäumen wachsen. Das Stück Fleisch oder Wurst war einmal ein Tier, das dafür vorher in 99 Prozent der Fälle seiner artgemäßen Bewegung nicht nachgehen konnte und getötet werden musste. Für Milch werden den Kühen die Kälber weggenommen. Legehennen werden bereits nach einem Jahr geschlachtet."

Kochbuch "Vegan ohne Salat"

Um zu zeigen, dass vegan nicht nur ganz unkompliziert, sondern auch noch sehr lecker sein kann, veröffentlichte Miriam Lill zunächst immer öfter Rezepte im Internet. Später wurde dann sogar ein Buch daraus. "Vegan ohne Salat" heißt es und beweist, dass man schnell und lecker vegan kochen kann, ohne dafür ewig in der Küche zu stehen oder lange nach veganen Produkten zu suchen. "Im ganz normalen Supermarkt gibt es eigentlich alles, was man braucht - Brot, Semmeln, Nudeln ohne Ei, Reis, Gemüse - das alles ist ja vegan", erklärt sie. "Auch das Sortiment von sogenannten Ersatzprodukten wird dort ständig erweitert. Im Bioladen gibt es noch viel mehr davon, man muss sich halt leider durchprobieren, was einem schmeckt."

Und auch das Essengehen gestaltet sich für Menschen, die sich vegan ernähren, immer einfacher. "Restaurants haben sich langsam darauf eingestellt, dass nicht jeder Fleisch essen möchte und bieten oft wenigstens ein veganes Gericht an." Bei Pizza gilt: einfach ohne Käse bestellen. Dann ist auch diese fast immer vegan.

Und wenn es mal schnell gehen muss? "Auch Fastfood-Ketten haben mittlerweile ihr veganes Angebot erweitert", so die Expertin. "Es gibt vegane Burger, dazu Pommes und panierte Onion-Rings." Zuhause bieten sich zum Beispiel zahlreiche Nudel-Varianten an. "Am liebsten mag ich Spaghetti Aglio e Olio mit viel Knoblauch, Olivenöl und Petersilie", so Miriam Lill.

Zahlreiche Alternativen

Sie hat ihre Entscheidung nie bereut und freut sich, dass es in den vergangenen Jahren immer einfacher geworden ist, sich vegan zu ernähren. "Dank Vegan-Label braucht man nicht mehr die ganzen Zutatenlisten lesen. Das Beste aber ist, dass die Alternativen zu Fleisch, Wurst und Käse viel, viel besser geworden sind. Da sind wirklich Sachen darunter, die kann man nicht mehr vom 'Original' unterscheiden."

Bei Unsicherheiten rät sie, einfach nachzufragen, welche Zutaten in einem Lebensmittel enthalten sind - zum Beispiel beim Bäcker. Außerdem gibt es inzwischen auch online zahlreiche Datenbanken mit veganen Produkten.

Service:

Rezept für gebratene Asia-Nudeln

Zutaten für drei Portionen:

5 Gramm getrocknete Mu-Err-Pilze (oder getrocknete Steinpilze); 250 Gramm Spaghetti; 1 sehr kleinen Spitzkohl (oder 1/4 eines großen Spitzkohls); 4 Karotten; 1 Stange Lauch; Öl zum Braten; 70 Gramm abgetropfte Dosen-Erbsen; Sojasauce; Zitronensaft; Salz, Pfeffer, Curry, Zucker, Ingwerpulver, Paprikapulver und Chili. Optional: 2 Esslöffel Mandelmus.

Zubereitung:

Die Mu-Err-Pilze (auch Judasohr oder Black Funghus genannt) in kaltem Wasser eine Stunde einweichen. Anschließend 15 Minuten in wenig Wasser kochen. Abgießen und klein schneiden. Alternativ können getrocknete Steinpilze verwendet werden. Diese nur kurz einweichen. Die Spaghetti nach Packungsanweisung bissfest kochen.

Den Spitzkohl vierteln, den Strunk entfernen und in Streifen schneiden. Die Karotten und den Lauch klein schneiden.

Pilze und Karotten in heißem Öl zirka vier Minuten anbraten, dann Kohl, Lauch und die Erbsen dazugeben und rund zehn Minuten mitbraten.

Mit jeweils einem Spritzer Sojasoße und Zitronensaft sowie Salz, Pfeffer, Curry, Zucker, Ingwer- und Paprikapulver sowie Chili würzen.

Die abgetropften Nudeln dazugeben und kurz mitbraten. Wer möchte, kann noch zwei Esslöffel Mandelmus dazugeben.

Zum Ratatouille-Rezept von Miriam Lill

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Zum Donauwellen-Rezept von Miriam Lill

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Weitere vegane Rezepte auf der Onetz-Themen-Seite Essen und Genießen

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