21.05.2021 - 08:53 Uhr
Deutschland & Welt

Diese Oberpfälzer Kandidaten wollen die Parteien in den Bundestag schicken

Noch ist offen, wer nach der Bundestagswahl aus der Oberpfalz im Bundestag sitzen wird. Zumindest bei den Parteien herrscht weitgehend Klarheit, wen sie gerne dort sehen würden. Ein Überblick:

Noch ist offen, wer nach der Wahl vom 26. September aus der Oberpfalz im Plenarsaal des Bundestages sitzen wird.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Aus Oberpfälzer Sicht dürfte sich im nächsten Bundestag einiges ändern. Zwar sind es bis zur Bundestagswahl am 26. September noch einige Monate, doch eines lässt sich heute schon sagen: In zwei der vier Oberpfälzer Bundestagswahlkreise zeichnet sich ein Generationswechsel ab. Darüber hinaus dürften künftig mehr Abgeordnete aus der Region im Bundestag sitzen – wenn sich die derzeitigen Umfragen am Wahlabend so bestätigen sollten.

Im Wahlkreis Amberg 232, der die Stadt Amberg und die Kreise Amberg-Sulzbach und Neumarkt umfasst, gibt es bei der CSU nach dem Rückzug des bisherigen Bundestagsabgeordneten Alois Karl einen Generationswechsel. Ihn soll als Direktkandidatin die 47-jährige Susanne Hierl beerben.

Mit der Schwandorfer Zweiten Bürgermeisterin Martina Englhardt-Kopf tritt auch im Wahlkreis 234 Schwandorf, zu dem die beiden Landkreise Schwandorf und Cham sowie in diesem Jahr zum ersten Mal auch Brennberg und Wörth im Landkreis Regensburg gehören, eine neue Direktkandidatin der CSU an. Die 39-jährige Diplom-Handelslehrerin beerbt Alois Holmeier, der sich ebenfalls aus dem Bundestag zurückzieht. Schwandorf ist auch der Oberpfälzer Wahlkreis, in dem vier Frauen um das Direktmandat ringen. Neben Englhardt-Kopf sind dies die 58-jährige SPD-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der SPD-Landesgruppe Marianne Schieder aus Wernberg-Köblitz, für die Grünen die 41-jährige Tina Winklmann aus Wackersdorf sowie für die FDP die 50-jährige Ines Tegtmeier.

CSU kann sich der Direktmandate sicher sein

Keine Änderungen bei der CSU gibt es in den Bundestagswahlkreisen Weiden 235 (Weiden und die Kreise Neustadt/WN und Tirschenreuth) und Regensburg 233 (Stadt Regensburg und Landkreis Regensburg). Die bisherigen Bundestagsabgeordnete sollen aus Sicht der Partei erneut in den Bundestag einziehen: der 52-jährige Albert Rupprecht als Direktkandidat in Weiden und der 45-jährge Peter Aumer als Kandidat in Regensburg. Für die CSU gilt in der Oberpfalz, die Direktkandidaturen sind bisher immer ein sicher Posten für den Einzug in den Bundestag gewesen. Daran dürfte sich auch diesmal nichts ändern. Dass es einem Bewerber einer anderen Partei in einem Wahlkreis gelungen ist, bei den Erststimmen einem Kandidaten der CSU gefährlich nahe zu kommen, liegt Jahrzehnte zurück.

Entsprechend gilt für die Bundestagsdirektkandidaten der übrigen Parteien die bereits im Bundestag oder im bayerischen Landtag vertreten sind – von SPD, über Grüne, FDP, Linkspartei, Freie Wähler bis hin zur AfD – , dass sie einen Einzug in den Bundestag nur über die jeweilige Landesliste schaffen können. Bei der SPD dürften dies aus derzeitiger Sicht nur die beiden Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch aus Waidhaus (Kreis Neustadt/WN) und Marianne Schieder sein. Der 45-jährige Grötsch, der im Wahlkreis Weiden, antritt, ist auch Spitzenkandidat der bayerischen SPD für den Bundestag. Angesichts der niedrigen Umfragewerte der SPD können sich Johannes Foitzik aus Amberg und Carolin Wagner aus Regensburg keine Hoffnungen auf den Sprung nach Berlin machen.

Optimisten bei den Grünen hoffen auf drei Abgeordnete

Die Oberpfälzer Grünen können mit zwei Abgeordneten rechnen, die künftig im Bundestag sitzen. Neben dem bisher einzige Grünen Bundestagsabgeordneten, dem Regensburger Direktkandidaten Stefan Schmidt (40 Jahre), dürfte dies auch Tina Winklmann sein. Optimisten bei den Oberpfälzer Grünen hoffen darauf, dass für die 51-jährige Regensburgerin Wiebke Richter ein drittes Mandat abfällt. Dazu müssten die Grünen ihre guten Umfragewerte bis zum 26 September mindestens halten. Keine Aussichten auf den Einzug in den Bundestag dürften bei den Grünen Anne Droste aus Neustadt WN und Karl-Heinz Herbst aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach haben.

Bei der FDP kann der Regensburger Bundestagsabgeordnete und Direktkandidat Ulrich Lechte damit rechnen, erneut in den Bundestag einzuziehen. Der 43-Jährige steht auf Platz acht auf der Landesliste der bayerischen FDP für den Bundestag. Derzeit hat die bayerische FDP zwölf Abgeordnete im Bundestag. Damit es auch der Amberger FDP-Direktkandidat Nils Gründer in den Bundestag schafft, müssten die Liberalen zulegen. Gründer ist auf Platz 15 der Landesliste. Das gleich gilt für Ines Tegtmeier. Sie kandidiert auf Platz 17.

Linkspartei und AfD mit je einem aussichtsreichen Kandidaten

Mit der Bundestagsabgeordnete Eva Schreiber könnte es der Oberpfälzer Links-Partei erstmals gelingen einen eigenen Abgeordnete nach Berlin zu senden. Die 63-Jährige, die seit dem Jahr 2017 den Wahlkreis München-Land vertritt, hat als Direktkandidatin nach Regensburg gewechselt. Sie tritt auf Platz sieben der Landliste der Linken an, ein sicherer Platz, sollte die Partei ihre Ergebnis von vor vier Jahren erreichen. Die anderen Direktkandidaten der Linkspartei sind Markus Sendelbeck im Wahlkreis Amberg, Christian Weidner im Wahlkreis Weiden und Manfred Preischl im Wahlkreis Schwandorf.

Bei der AfD haben die Listenaufstellungsversammlungen noch nicht stattgefunden. Zumindest Peter Boehringer, der im Wahlkreis Amberg kandidiert, sollte als Vorsitzender des Haushaltsauschusses im Bundestag einen aussichtsreichen Platz auf der Landesliste der AfD erhalten. Die weiteren Direktkandidaten der AfD in der Oberpfalz sind: Manfred Schiller im Wahlkreis Weiden, Wolfgang Pöschl im Wahlkreis Schwandorf und Dieter Arnold für den Wahlkreis Regensburg.

Freie Wähler vor der Fünf-Prozent-Hürde

Die größte Hürde haben die Freien Wähler zu nehmen. Sie sitzen zwar im bayerischen Landtag und regieren zusammen mit der CSU im Freistaat, aber sie sind noch nicht im Bundestag. Dazu müssten sie es bundesweit über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen. Daran messen sich die Erfolgsaussichten für die Oberpfälzer Direktkandidaten der Freien Wähler: Christian Schindler im Wahlkreis Schwandorf, Rainer-Michael Rößler im Wahlkreis Regensburg, Daisy Miranda im Wahlkreis Amberg und Tobias Groß im Wahlkreis Weiden.

Nominierung der CSU-Kandidatin im Bundestagswahlkreis Amberg

Amberg

 

 

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