19.03.2021 - 17:53 Uhr
AmbergOberpfalz

Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie: 8000 Arbeitnehmer bei Warnstreiks dabei

Die zweite Warnstreikwelle in der Region rollte. 8000 Arbeitnehmer aus Betrieben der der Metall- und Elektroindustrie folgten den Aufrufen der IG Metall Amberg und gingen für ihre Forderungen auf die Straße.

Die zweite Warnstreikwelle rollte auch in Amberg. Hier werden bei PIA Mitarbeiter lautstark in den Feierabend verabschiedet.
von Markus Bleisteiner Kontakt Profil

Zum vorläufigen Höhepunkt der zweiten Warnstreikwelle zeigten die IG Metaller wieder ihre Kreativität und Streikfähigkeit. Von Afag bis ZF waren alle dabei. An insgesamt 22 Standorten der 19 aufgerufenen Amberger Betriebe in Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie werden diese Woche Warnstreiks geplant und abgehalten, heißt es in einer Presseinfo der Gewerkschaft dazu. Als erstes starteten am Mittwoch mittags um zwölf Uhr die Beschäftigten der Hamm AG in Tirschenreuth mit ihrem Autokorso. An diesem Tag folgen dann die drei Kennametal-Betriebe in Vohenstrauß und Nabburg mit ihren Frühschlussaktionen und kurzen Kundgebungen. Constantia vollzog für diesen Tag das Konzept von rollierenden Warnstreikphasen im Betrieb und zündete mit einer Lasershow zum Feierabend der Spätschicht noch ein besonderes Highlight.

PIA und Siemens

Am Donnerstag rief die IG Metall Amberg die Beschäftigten von PIA in Amberg und Siemens in Luhe-Wildenau zum Warnstreik auf. Die Menschenkette vor dem Werkstor in Luhe ließ alle Beteiligten zur Forderung mit Abstand zusammenstehen. Zum vorläufigen Höhepunkt am Freitag schlossen sich alle weiteren aufgerufenen Betriebe mit Frühschlussaktionen und kreativen Ideen zur Verabschiedung ihrer Kollegen an. Die Beschäftigten aus zwölf Betrieben (an 16 Standorten) waren allein am Freitag zum Warnstreik aufgerufen: Grammer (alle Standorte: Haselmühl, Ursensollen, Immenstetten und Schafhof), Siemens in Amberg (mit Lieferzentrum), Pepperl & Fuchs, ZF in Auerbach, BHS in Weiherhammer, Leistritz in Pleystein, Lacroix & Kress, Luitpoldhütte, EMZ, Afag, Kerb Konus Amberg sowie Siemens in Kemnath. Die Palette der Aktionen war bunt.

Mehr zu den Warnstreiks der IG-Metall in Amberg

Amberg

Bei Grammer fuhren Autokonvois mit Fähnchen früher als gewohnt vom Parkplatz. Bei ZF hupten sich unter dem Motto "4 Minuten für 4 Prozent" die Kollegen zwei Stunden früher in den Feierabend. Siemens in Amberg verabschiedete die Streikenden mit einer langen Liste von Wunschzetteln. Bei Siemens Kemnath wurde unter Einhaltung der Hygienebestimmungen der Feierabend mit Leberkässemmeln versüßt. Die BHSler trafen sich zum Feierabend bei einer kurzen Kundgebung, um dem Arbeitgeberverband mit einer Sauna einzuheizen, während die Luitpoldhütterer, aber auch die Beschäftigten von Kerb Konus Amberg und von Afag ganz entspannt früher in den Feierabend gingen. Vielerorts waren die Vertrauensleute schon morgens um 5 Uhr vor den Werkstoren aktiv und verteilten Warnstreikaufrufe. Auch hier zeigte sich die Kreativität. So wurden bei Grammer in Immenstetten die Mitarbeiter mit Trommeln am Morgen begrüßt und über anstehenden Aktionen informiert. Bei ZF entwarfen die IG Metaller ein Video mit einer digitalen Trillerpfeife, damit auch dieses Warnstreiksignal in der Corona-Zeit nicht vermisst werden muss.

Vielfältige und tolle Aktionen

Horst Ott, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Amberg, zeigt sich sehr zufrieden mit dem bisherigen Engagement. "Das liegt nicht nur an den vielfältigen tollen durchgeführten Aktionen, auch die Warnstreikzahlen sind sehr gut." Die IG Metaller haben bewiesen, dass sie auch in Pandemiezeiten, unter Einhaltung aller Maßnahmen, streikfähig sind. Mittlerweile hatte sich die Beteiligung über alle Betriebe in der zweiten Amberger Warnstreikwelle auf über 5000 Teilnehmer summiert. Das entspricht laut IGM einer Teilnehmerquote von circa 80 Prozent der Anwesenden. Ott: "Wir gehen davon aus, dass am Ende des Tages sich über 6000 Menschen an den Aktionen gestern beteiligt haben. Das heißt, dass wir allein in dieser zweiten Warnstreikwelle insgesamt auf Teilnehmerzahlen um die 8000 Kollegen kommen. Bis dato gibt es noch keinen weiteren Verhandlungstermin in Bayern. Der Druck aus den Betrieben - wie den Teilnehmerzahlen zu entnehmen ist - wird immer stärker."

Wie es nach dieser Warnstreikwelle weitergeht, wird der Vorstand der IG Metall mit den Tarifkommissionen der Bezirke beraten. Sofern der Arbeitgeberverband nicht einlenkt, wird die IG Metall mit weiteren Warnstreiks und Aktionen nachlegen, heißt es in der Mitteilung an die Presse. Davor schrecken die IG Metaller nicht zurück. Diverse Überlegungen und Planungen finden bereits parallel statt, und die Stimmung ist gut. "Für konstruktive zielgerichtete Verhandlungen zeigt sich die IG Metall nach wie vor offen", so Horst Ott abschließend.

Mehr zu den Warnstreiks der IG-Metall in Amberg

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Zur Position der IG Metall in den aktuellen Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie

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