10.03.2020 - 15:41 Uhr
AmbergOberpfalz

Coronavirus: Stadt Amberg sagt Kultur-Veranstaltungen ab und verzichtet auf Handschlag

Händeschütteln ist gerade out in der Stadtverwaltung Amberg. Darauf machen Schilder im Rathaus aufmerksam. Das Coronavirus sorgt für ungewöhnliche Schritte – vor allem, um die Ausbreitung der Krankheit zu bremsen.

„Händeschütteln ist gerade out“: Im Eingangsbereich des Amberger Rathauses mahnen Schilder neben Desinfektions-Spendern zur Umsicht wegen des Coronavirus.
von Heike Unger Kontakt Profil

Die Ansteckungswelle beim neuartigen Coronavirus möglichst flach zu halten, ist der Hintergrund der Maßnahmen, wie Stadt-Pressesprecherin Susanne Schwab auf Anfrage erklärt. In diese Richtung zielt auch die Entscheidung der bayerischen Staatsregierung, Veranstaltungen mit über 1000 Personen abzusagen und dies bei solchen mit 500 bis 1000 Teilnehmern zu empfehlen. Davon betroffen war in Amberg am Samstag schon die Oberpfälzer Baumesse im ACC (www.onetz.de/2988935).

Staatsregierung lässt Großveranstaltungen absagen

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Nun kommen mit einer Reihe von kulturellen Terminen weitere Veranstaltungen hinzu, die nicht stattfinden: Dazu gehören das Kindertheaterfestival (15. bis 20. März), der Ostermarkt im Stadtmuseum (29. März), das Siemens-Wohltätigkeitskonzert (22. März) und die Lions-Musiknacht (2. April). Letztere wäre ohnehin nicht möglich gewesen, weil hier der Chor des Gregor-Mendel-Gymnasiums eingebunden ist. Nachdem diese Schule wegen eines bestätigten Corona-Falls geschlossen ist (www.onetz.de/2988257), konnte dort auch ein zur Vorbereitung aufs Konzert geplanter Chor-Workshop nicht stattfinden, wie Schwab berichtet. Die Veranstaltungs-Absagen waren am Montag Thema in der Referenten-Besprechung. Wer Karten für eine der abgesagten städtischen Veranstaltungen gekauft hat, kann diese laut Schwab zurückgeben und bekommt sein Geld zurück.

Derzeit nicht betroffen ist das Stadttheater: Hier lasse man das Programm "erst einmal weiterlaufen" wie geplant. Kulturfreunde könnten selbst entscheiden, ob sie eine Aufführung besuchen wollen oder nicht.

Gestrichen ist in der Stadtverwaltung momentan der Handschlag. Darauf machen Schilder aufmerksam, zum Beispiel im Eingangsbereich des Rathauses. "Händeschütteln ist gerade out", heißt es darauf und als Erklärung dazu, "wir sind nicht unhöflich, wir sind umsichtig". Eine Alternative zum sonst üblichen Gruß wird auch gleich vorgeschlagen: "Wir verzichten auf das Händeschütteln und schenken Ihnen ein Lächeln." Ganz neu ist ein Angebot, das die Stadt ihren Mitarbeitern angesichts der Corona-Epidemie macht: Mitarbeiter, die Kinder im Alter von bis zu zwölf Jahren haben, dürfen bis zu zehn Tage zu Hause bleiben, wenn ihr Kindergarten oder ihre Schule wegen Corona geschlossen wird und sie keine andere Betreuungsmöglichkeit haben. Diese Mitarbeiter bekommen laut Schwab "als übertarifliche Leistung" weiter ihr Gehalt. Auch Home-Office sei "in vielen Fällen" möglich. "Wie in allen Behörden mit Daseinsvorsorge wird es aber immer Stellen geben, die da sein müssen", schränkt Schwab hier ein.

Oberpfälzer Baumesse im ACC abgesagt

Amberg

Zwangspause für Kultur

Der Blick auf Großveranstaltungen, die abgesagt werden müssen, reicht in Amberg erst einmal "bis Ostern", berichtet Schwab. Es könne aber sein, dass auch danach weitere Termine gestrichen werden. Wohl wissend, dass Maßnahmen wie diese auch wirtschaftliche Folgen haben, betont Schwab, die Stadt habe hier "trotzdem eine Verantwortung, der muss man gerecht werden". Mehr zum Coronavirus: www.onetz.de/

Im Blickpunkt:

Abgesagte Veranstaltungen

Etliche Veranstaltungen im Raum Amberg sind wegen des Coronavirus abgesagt worden. Dazu gehören unter anderem:

Die Schmidt-Spiele-Tour am Samstag, 14. März, im Amberger Stadtmuseum

Das Amberger Kindertheaterfestival von 15. bis 20. März im Jugendzentrum Klärwerk

Das Wohltätigkeitskonzert des Siemens-Orchesters München am Sonntag, 22. März, im Amberger Stadttheater

Die Lions-Musiknacht im ACC in Amberg am Donnerstag, 2. April

Der Ostermarkt im Stadtmuseum am Sonntag, 29. März

Die Sportlerehrung des Landkreises am Freitag, 13. März, in Sulzbach-Rosenberg.

Klinikum rät: Lieber keine Hände schütteln

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Erst einmal bis Ostern

Im Blickpunkt:

Feuerwehr-Führungskräfte verzichten auf Versammlung

Auch die Versammlung des Kreisfeuerwehrverbands Amberg-Sulzbach ist dem Coronavirus zum Opfer gefallen: Vorsorglich wurde dieses jährliche Treffen der Feuerwehr-Führungskräfte aus dem ganzen Landkreis abgesagt. Wie Kreisbrandrat Fredi Weiß erklärt, sei man hier besonders vorsichtig, weil es um FFW-Führungskräfte gehe - also "alles Leute, die in der Gefahrenabwehr" wichtig seien. Insgesamt ein Kreis von rund 250 Verantwortlichen. "Wenn da eine Corona-Kontaktperson dabei ist", müsste danach "die komplette Führungsstruktur der Feuerwehr zu Hause bleiben: Das wollten wir vermeiden." Deshalb wird die Versammlung zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Wichtiger als dieses Treffen, das eine Art Jahreshauptversammlung sei, seien die Einsätze: "Da wird immer gefahren", betont Weiß, auch in Corona-Zeiten. (eik)

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