23.03.2020 - 14:38 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Turnhallen: "Notquartier für den absoluten Katastrophenfall"

Die Nordoberpfalz rüstet sich vorsorglich gegen den Fall, dass wegen des Coronavirus die Kapazitäten der Krankenhäuser nicht mehr ausreichen. Der Turnhallentrakt des Weidener Kepler-Gymnasiums wurde nun als Behelfskrankenhaus ausgestattet.

Das Kepler-Gymnasium ist eingezäunt. Der Turnhallentrakt soll als Behelfskrankenhaus dienen, wenn die Kapazitäten des Weidener Klinikums und der umliegenden Krankenhäuser erschöpft sind. Keinesfalls aber für Patienten mit Ansteckungsgefahr, betont die Schulleiterin in einem Schreiben an die Eltern.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Die örtliche Einsatzleitung des Lagezentrums Katastrophenschutz Neuhaus bestätigte am Montag, dass in Zusammenarbeit mit den örtlichen Fachberatern des THW, der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Stadt Weiden ein Behelfskrankenhaus auf dem Gelände des Kepler-Gymnasiums Weiden geplant und eingerichtet wurde. Und das in Rekordzeit, dank der guten Zusammenarbeit zwischen der Stadt Weiden, dem Landkreis Neustadt und den Hilfsorganisationen.

Bei Transport, Einzäunung und Einrichtung haben der städtische Bauhof, die Feuerwehren Weiden, Pressath, Oberwildenau, Altenstadt/WN, das THW Weiden und die SEG Behandlung Neustadt und Vohenstrauß eng zusammengewirkt. In den beiden Turnhallen wurden jeweils 40 Betten eingerichtet. Zudem wurde die Mensa so vorbereitet, dass sie als Aufenthaltsbereich und für die Essensausgabe dienen kann. Vor Ort stehen nach Angaben der Verantwortlichen auch die notwendigen sanitären Anlagen zur Verfügung.

"Das Behelfskrankenhaus ist noch nicht in Betrieb, kann bei Bedarf den Betrieb jedoch kurzfristig aufnehmen", heißt es aus dem Lagezentrum in Neuhaus. Bürgermeister Jens Meyer habe bereits eine Vor-Ort-Besichtigung durchgeführt.

Über diese Maßnahme informiert auch Kepler-Schulleiterin Sigrid Bloch in einem Schreiben an die Eltern, das Oberpfalz-Medien vorliegt. Die Oberstudiendirektorin ist zugleich bemüht, die Eltern zu beruhigen und betont: "Bei der Begehung letzte Woche wurde mir versichert, es würde kein einziger Patient mit Ansteckungsgefahr hier untergebracht werden, denn es besteht hier bei uns ja keine Möglichkeit, die Patienten voneinander zu isolieren."

Die Schule diene als "Notquartier für den absoluten Katastrophenfall", wenn also die Kapazitäten im Klinikum Weiden und allen umliegenden Krankenhäusern erschöpft seien. Das Beste wäre natürlich, wenn dieser Notfall gar nicht eintreten würde, hofft Bloch. Falls doch, versichert sie den Eltern, würden die Räume nach dem Abbau des Notquartiers natürlich gründlichst gereinigt und desinfiziert. Davon werde sie sich auch persönlich überzeugen.

Der Parkplatz bei der Mehrzweckhalle wurde nach Informationen von Oberpfalz-Medien außerdem bereits am Sonntag für Corona-Tests an priorisierten Personengruppen genutzt. Zu diesen Gruppen zählen unter anderem medizinisches Fachpersonal und Einsatzkräfte. Es handelt sich nicht um eine Teststation für alle Bürger.

Der Parkplatz bei der Mehrzweckhalle wurde am Sonntag für Corona-Tests an priorisierten Personengruppen - also an medizinischem Fachpersonal und Einsatzkräften - genutzt.

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