13.04.2020 - 10:52 Uhr
AmbergOberpfalz

Martin Frey: Politischer Newcomer und Neu-Denker

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Martin Frey (41) ist ein Newcomer - nicht nur im Stadtrat, sondern in der Politik generell. Als Mitbegründer von Die Liste Amberg (DLA) will er viele Amberger Themen auch "neu denken".

Martin Frey von Die Liste Amberg (DLA) zieht neu in den Amberger Stadtrat ein.
von Andrea Mußemann Kontakt Profil

Im Interview mit Oberpfalz-Medien erklärt der Professor an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden, warum ihm sein beruflicher Background auch im Stadtrat helfen wird.

ONETZ: Die Liste Amberg wurde als neue Wählergruppierung auf Anhieb mit vier Sitzen in den Amberger Stadtrat gewählt. Gab es schon Gelegenheit, das zu feiern?

Martin Frey: Und für einen fünften Sitz fehlten nur wenige Stimmen. Das werten wir natürlich als großen Erfolg. Selbstredend überlagert die aktuelle Coronakrise auch die Aktivitäten in unserer Gruppierung. So fordert diese derzeit bei vielen von uns höchste Priorität in Bezug auf Beruf, Familie und Organisation des Alltags. Eine gebührende Feier wurde auf die Zeit nach Corona verschoben. Die regelmäßigen Arbeits- und Abstimmungstreffen in unserer Gruppe werden so gut es geht durch digitale Tools und Videokonferenzen ersetzt.

ONETZ: Mit welchen Themen werden Sie sich einbringen?

Martin Frey: Zu meinen Kernanliegen zählt eine zukunftsorientierte, nachhaltige Entwicklung unserer Stadt. So sehe ich zum Beispiel im Bereich Klimaschutz und zukunftsgerichtete Mobilität gerade auf kommunaler Ebene große Verantwortung, aber auch deutlich mehr Möglichkeiten. Mit dem Thema Klimaschutz und Energiewende beschäftige ich mich selbst intensiv seit vielen Jahren. Beim Thema Ausbau Regenerativer Energien kann ich auf meine eigenen, langjährigen Erfahrungen und auf mein Netzwerk zum Beispiel im Solarenergie Förderverein oder auch auf weitere Experten in unserem Verein Die Liste Amberg zurückgreifen. Grundlegende Herausforderungen, wie dem stetig wachsenden Onlinehandel und dem weit verbreiteten Leerstand gilt es aus meiner Sicht mit richtungsweisenden Entscheidungen aktiv entgegenzutreten. Dabei lohnt es sich den Menschen in den Fokus zu nehmen und die Aufenthaltsqualität und Wohnqualität der Altstadt zu steigern. Auch die Stärkung der Kulturszene, Kreativwirtschaft und Vernetzung mit der OTH, zum Beispiel durch Schaffung eines Gründerzentrums, zählt zu meinen Hauptzielen. Hierbei kann ich auch meine langjährige Arbeit im Kulturverein Amberg und meinen beruflichen Hintergrund als User Experience Designer und Professor mit einbringen.

ONETZ: Was werden Ihrer Meinung nach die wichtigsten Themen im neuen Stadtrat für Amberg sein? Werden diese vielleicht aufgrund der Coronakrise neu bewertet?

Martin Frey: Nach meiner Einschätzung wird die Coronakrise und die Aufarbeitung der Folgen noch längere Zeit auch unsere Themen im Stadtrat beeinflussen und Handlungsspielräume einschränken. Dennoch gilt es auch mit Blick auf die Wahlperiode von sechs Jahren, weitere zentrale Themen und Herausforderungen anzunehmen und die Weichen für zukunftsfähige und attraktive Lösungen und Chancen zu stellen. Idealerweise bereits als integraler Bestandteil des Weges zurück aus der Krise. Neben den bereits erwähnten Themen wie Nachhaltigkeit, Klimaschutz, zukunftsorientierte Mobilität, „neue“ Attraktivität der Altstadt und Kultur, würde ich ergänzend die Themen Bildungsstandort, soziales Miteinander, Integration und Inklusion und die sich auch in der Summe ergebende Attraktivität als Wirtschaftsstandort ganz oben sehen.

ONETZ: Mit welchen Fraktionen oder Gruppen könnten Sie sich eine Zusammenarbeit im Stadtrat vorstellen?

Martin Frey: Die Liste Amberg ist angetreten, jenseits existierender Parteien und Strukturen, um eine Reihe von Themen in unserer Stadt voranzubringen beziehungsweise „neu zu denken“. Für einen Großteil ist dieser überparteiliche Ansatz Hauptgrund sich in unseren Reihen politisch zu engagieren. Einen „koalitionsartigen“ Zusammenschluss mit anderen Parteien oder Gruppierungen haben wir von Beginn an ausgeschlossen. Auf Basis einzelner Themen sind wir selbstverständlich offen, Mitstreiter zu gewinnen und Vorhaben gemeinsam zu ermöglichen. Hierbei ist von unserer Seite keine der im Stadtrat vertretenen Fraktionen oder Gruppen ausgeklammert. In meiner langjährigen beruflichen Praxis in einem weltweit tätigen Design- und Innovationsberatungsunternehmen habe ich eines gelernt: Wirklich erfolgreiche, langfristig tragfähige Entwicklungen und Lösungsansätze können vor allem dann entstehen, wenn Menschen aus verschiedenen Disziplinen und Hintergründen gemeinsam arbeiten, bereit sind sich von eingefahrenen Denkmustern zu lösen und mit Weitblick und Mut neue Dinge ausprobieren und Entscheidungen treffen. Zumindest eine Portion davon erhoffe ich mir in der Zusammenarbeit im Amberger Stadtrat.

ONETZ: Bitte vervollständigen Sie folgende Sätze: Der Wahlkampf war für mich ...

Martin Frey: …eine neue Erfahrung, bei der mir vor allem die vielen freundlichen Gespräche mit Amberger Bürger*innen positiv in Erinnerung bleiben werden.

ONETZ: Der Amberger Stadtrat ist für mich ...

Martin Frey: … die Institution, die neben den zahlreichen, alltäglichen Beschlüssen auch mit richtungsweisenden Entscheidungen die Entwicklung unserer Stadt auf längere Sicht entscheidend prägt.

ONETZ: Die Liste Amberg ist für mich …

Martin Frey: …ein Zusammenschluss kreativer und motivierter Menschen, die mit ihrer jeweiligen Erfahrung und Expertise Ambergs Zukunft positiv mitgestalten wollen.

Serie:

Interviews mit den zehn neuen Amberger Stadträten

Es sind viele bekannte Gesichter, die bei der ersten konstituierenden Sitzung des Stadtrates im Mai ins Rathaus kommen werden. Doch es sind auch zehn Stadträte dabei, die neu in das Gremium einziehen. Neu sind: Tanja Dandorfer (Amberger Bunt), Martin Frey (DLA), Florian Füger (CSU), Susanne Herding (CSU), Veronika Niklaus (FW), Claudia Ried (Grüne), Rudolf Scharl (DLA), Matthias Schöberl (CSU), Manuel Werthner (FW) und Josef Witt (ÖDP).

Alle Teile der Interview-Serie

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