Alles aus dem Garten

Wer hat die größte Küche? Und was ist eine Flotte Lotte? Vor dem Ausprobieren der Rezepte aus Markusine Guthjahrs Kochbuch "Von Frühlingskräutern bis zum Wintergemüse" haben drei Redakteurinnen erstmal Gesprächsbedarf.

von Elisabeth Saller Kontakt Profil

Die Redakteurinnen Maria Oberleitner und Elisabeth Saller treffen sich zum Kochen letztendlich bei ihrer Kollegin Lena Schulze in Wurz. Tage vorher fragen wir uns, als wir den Termin vorbereiten, was den bitte eine Flotte Lotte sein soll. In unseren eher noch studentisch ausgestatteten Küchen findet sich ein solches Gerät nicht. Eine Kollegin kann uns helfen und leiht uns diesen speziellen Sieb aus.

Lena hat die meisten Zutaten aus dem Garten oder vom Hofladen um die Ecke: alles Eigengewächse, alles bio, alles aus der Nähe. Ideale Voraussetzungen für Tomatensuppe, Kartoffel-Küchel und Beeren-Creme, die wir zubereiten wollen. Für das Rezept brauchen wir eigentlich nichts, was wir nicht meistens zu Hause vorrätig haben. Die Kräuter-Kartoffel-Küchle sind relativ einfach herzustellen. Wir benötigen dann aber doch mehr Zeit dafür, als wir dachten, weil wir die Kartoffeln erst kochen müssen. Schneller geht es, wenn man das schon am Vortag erledigt, wie es bei anderen Rezepten mit dieser Art von Teig üblich ist. Wunderbar duftet es, als wir die Kräuter schneiden: Rosmarin, Basilikum und Schnittlauch.

Nachdem wir aus den Zutaten den Teig hergestellt haben, entscheidet sich Elisabeth für eine Rezeptänderung: Statt den Teig zu einer Rolle zu formen und fingerdicke Scheiben abzuschneiden, nimmt sie ein Stück Teig in die Hand und formt die Küchle einzeln. Gebraten sind sie echt lecker. Statt Schinken eignet sich bestimmt auch Geräuchertes. Anstelle des im Kochbuch vorgeschlagenen Salats haben wir zu den Küchle noch einen Dip aus Quark und Schnittlauch angerührt. Hat wunderbar geschmeckt.

Nächsten Samstag, 2. November, lesen Sie "Krautwickel aufs Knie" - Wintergemüse schmeckt nicht nur, sondern tut auch dem Körper gut.

Video zum O-Ton-Kochen:

Weihnachts-Dessert:

Die Nachspeise: Früchte-Creme mit Birne

Eigentlich wollten wir eine Holunderbeeren-Creme mit Birnen als Nachspeise zaubern. Allerdings haben wir bei der Rezept-Wahl nicht bedacht, dass die Saison für Holunderbeeren bei unserem Kochtermin schon verstrichen war. Das Rezept gefiel uns allerdings so gut, dass wir es trotzdem versuchen wollten. Statt Holunderbeeren entschieden wir uns für einen Beeren-Mix aus dem Garten: Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Blaubeeren, eingefrorene Erdbeeren und Kirschen... sollte auch klappen.

Wir wiegen ein Kilo ab und lassen es mit Wasser auf dem Herd köcheln – neben den Tomaten und Kartoffeln. Die Birnen bereiten wir vor und schnippeln fleißig Spalten. Dann beginnt der schwierige Teil. Um eine feine Creme ohne lästige Beeren-Kerne zu bekommen, müssen wir die Beeren durch ein Sieb streifen. Das dauert länger und gestaltet sich umständlicher als gedacht. Rote Spritzer von den Beeren sind auf dem Tisch, am Boden, an den Fingern und teils im Gesicht. Am Ende tröpfelt doch einiges vom Mus in die Schüssel. Die Creme kommt zurück in den Topf und darf mit Honig und etwas Salz weiter köcheln.

Dazu kommt eine Zimtstange, die anschließend wieder herausgefischt wird, sobald sie ihren Geschmack abgegeben hat. Wir reiben die Schale einer Bio-Zitrone ab und geben die Zesten zum Mus. Wir entscheiden uns allerdings, diese in der Früchte-Creme zu lassen. Durch das Weißwein-Speisestärke-Gemisch dickt unsere Nachspeise noch etwas ein. Dann geben wir die Birnen dazu.

Wegen des Zimts weht ein weihnachtlicher Duft durch die Küche. Mit einem Klecks Sahne und Minze garnieren wir die Creme. Das Rezept ist eigentlich sehr einfach, allerdings ist das Streifen durch das Sieb sehr umständlich. Wir überlegen, ob hier der Pürierstab Abhilfe geschaffen hätte. Die Birnen würden wir etwas kleiner in Würfel schneiden, damit sie besser auf den Löffel passen.

Die Portionen finden wir für vier Personen viel zu groß. Die Reste gab es dann tags darauf als Soße zum Kaiserschmarrn. (szl)

Tomaten-Sahne-Traum:

Die Vorspeise: Tomatensuppe mit Sahnehäubchen

Trotz anfänglicher Skepsis wird die Suppe mit Häubchen ein Träumchen. Sie schmeckt leicht-tomatig, frisch und eignet sich hervorragend als Resteverwertung für übrige Tomaten.

Obwohl sie beim ersten Verkosten sehr dünn ist (1 1/4 Liter Gemüsebrühe waren wohl zu gut gemeint): Mit geschlagener Sahne, gut gewürzt und ein wenig mit Mehl verdickt schmeckt das Süppchen am Ende sehr fein. Zum Streifen durch das Sieb haben wir eine Flotte Lotte benutzt – sehr hilfreich – und trotzdem haben wir uns letztendlich dazu entschieden, auch Kerne und Schale zu verwenden und die ganze Suppe zu pürieren.

Nicht nur hatten wir so die Möglichkeit, auch die „Reste“ zu verwerten und nicht wegwerfen zu müssen; einen zusätzlichen Vorteil sahen wir darin, dass wir die Zwiebelstücke für die Einbrenne nicht mit der Hand kleinhacken mussten. Die Suppe ist einfach nachzukochen und (vor allem als pürierte Variante) schnell gezaubert.

Das würden wir beim nächsten Mal anders machen: Thymian (im Rezept stand „ein wenig“) hätte es nach unserem Geschmack ruhig etwas mehr sein dürfen. Außerdem raten wir: Entweder mehr Tomaten einkochen oder weniger Gemüsebrühe aufgießen. (olr)

Rezept::

Tomatensuppe mit Sahnehäubchen

Zutaten:

1 Kilo reife Tomaten

1 Zwiebel, gewürfelt

30 Gramm Butter

1 bis 2 Esslöffel Mehl

1 1/4 Liter Gemüsebrühe

Salz und Pfeffer

Zitronensaft

Thymian (sparsam verwenden)

100 Gramm Sahne

4 Esslöffel Schnittlauchröllchen

Zubereitung:

Tomaten waschen und klein schneiden. Mit wenig Wasser und Thymian weich kochen. Durch ein Sieb streifen. Eine helle Einbrenne herstellen: Butter erwärmen, Zwiebelwürfel andünsten, Mehl zugeben und lichtgelb rösten.

Das passierte Tomatenmark dazugeben und mit Brühe auffüllen bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken. Bei mäßiger Hitze fünf bis zehn Minuten kochen.

Die Sahne cremig schlagen und ein paar Esslöffel unter die Suppe rühren. Die restliche Sahne als Häubchen auf die angerichtete Suppe geben. Mit Schnittlauchröllchen garnieren.

Rezept: :

Kräuter-Kartoffel-Küchle

Zutaten:

750 Gramm Kartoffeln

100 Gramm Mehl

1 Ei

1 Zwiebel

Salz

100 Gramm Majoran

100 Gramm gekochter Schinken oder Schinkenreste

4 bis 5 Esslöffel fein gewiegte Kräuter (zum Beispiel Petersilie, Majoran, Basilikum, Bohnenkraut

Zubereitung:

Kartoffeln mit Schale kochen, heiß schälen und durchpressen. Abkühlen lassen. Einen Teil des Mehls und das Salz über die Kartoffeln streuen und mischen.

Das geschlagene Ei mit der Gabel untermengen, nach Bedarf das restliche Mehl dazugeben.

Schinken und Zwiebel zerkleinern und mit den Kräutern unter den Kartoffelteig mischen. Abschmecken.

Aus der Teigmasse eine Rolle formen, fingerbreite Scheiben abschneiden, in Mehl wenden und in heißem Fett beidseitig goldgelb backen.

Tipp: Als Beilage eignet sich Blattsalat oder Gemüse.

Rezept::

Früchte-Creme mit Sahne

Zutaten:

1 Kilo gemischte Früchte

3/4 Liter Wasser

2 Birnen

100 Gramm Honig

1 Prise Salz

1/2 Stange Zimt

Schale von einer halben Zitrone

2 Esslöffel Speisestärke

1/8 Liter Weißwein

1/4 Liter Sahne

Zubereitung:

Die Birnen in Spalten schneiden. Die gemischten Früchte mit Wasser zum Kochen bringen und 15 Minuten bei mittlerer Hitze zugedeckt kochen lassen. Das Mus durch ein Sieb streichen, mit Birnenspalten, Honig, Zimt, Zitronenschale und Salz noch einmal kurz aufkochen. Zimtstange und Zitronenschale entfernen.

Speisestärke mit dem Wein verrühren und unter die Creme heben. In Portionsschalen erkalten lassen und mit Sahne verzieren.

Zum 1. Teil der Serie "Aus der Speisekammer der Natur":

Königstein

Zum 2. Teil der Serie "Aus der Speisekammer der Natur":

Oberpfalz

Zum 3. Teil der Serie "Aus der Speisekammer der Natur":

Oberpfalz

Zum 4. Teil der Serie "Aus der Speisekammer der Natur":

Weiden in der Oberpfalz

Zum 6. Teil der Serie "Aus der Speisekammer der Natur":

Königstein

Zum 7. Teil der Serie "Aus der Speisekammer der Natur":

Weiden in der Oberpfalz

Zum 8. Teil der Serie "Aus der Speisekammer der Natur":

Königstein

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